Brandenburg Äthiopier bei Schlägerei schwer verletzt

Ein aus Äthiopien stammender Jugendlicher ist bei einer Schlägerei in Schönefeld bei Berlin schwer verletzt worden. Der 15-Jährige wird mit Verdacht auf Schädelbruch im Krankenhaus behandelt. Die Polizei hält einen fremdenfeindlichen Hintergrund für möglich.


Königs Wusterhausen - Insgesamt waren an dem Streit nach Polizeiangaben zehn junge Männer beteiligt. Neben dem Äthiopier wurden demnach zwei weitere Beteiligte verletzt, bei ihnen soll es sich um mutmaßliche Täter handeln. 

Ein fremdenfeindliches Motiv schließen die Ermittler nicht aus. Polizeisprecher Lothar Walter sagte, eine Zeugin habe ausländerfeindliche Parolen gehört. Zudem gehört einer der insgesamt vier Tatverdächtigen nach ersten Ermittlungen zur rechten Szene.

Den Angaben der Polizei zufolge griff die vierköpfige Jugendgruppe gegen 3 Uhr heute früh in der Nähe der Stadtgrenze zu Berlin eine Gruppe von sechs Jugendlichen an - unter denen sich der Äthiopier befand.

Der Polizei sei es gelungen, alle Beteiligten zu stellen und die vier Angreifer festzunehmen. Bei den zwei verletzten Verdächtigen handelt es sich um einen 23- und einen 22-Jährigen. Sie wurden in Berliner Krankenhäuser eingeliefert und dort von Polizisten bewacht. Die beiden anderen, 15 und 16 Jahre alt, wurden heute Nachmittag verhört.

Zu den genauen Hintergründen der Tat machte die Polizei noch keine Aussage. Auch zu Art und Schwere der Verletzungen konnten die Ermittler noch keine genaueren Angaben machen.

Mitte April war in Potsdam ein Deutsch-Äthiopier überfallen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Tat hatte eine bundesweite Diskussion über Fremdenfeindlichkeit ausgelöst.

ler/AP



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