Brandenburg Auch CDU-Landeschef Senftleben distanziert sich von Maaßen
CDU-Spitzenkandidat Senftleben: "Das hilft uns nicht"
Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/REXEr habe doch nur helfen wollen, teilte Hans-Georg Maaßen am Sonntag via Twitter mit. Jetzt ziehe er sich aus dem sächsischen Wahlkampf zurück - "schweren Herzens". Der Grund: CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer war im SPIEGEL auf Abstand zu dem umstrittenen früheren Verfassungsschutzchef gegangen (lesen Sie hier das Interview).
Maaßen gehört der WerteUnion an, einer erzkonservativen Splittergruppe im Umfeld von CDU und CSU. Mit seinen Aussagen provoziert er immer wieder. Zuletzt war gar über ein Parteiausschlussverfahren gegen Maaßen diskutiert worden.
Ich wollte meiner Partei in Sachsen helfen. Da meine Unterstützung von @MPKretschmer für nicht nötig erachtet wird, ziehe ich mich schweren Herzens zurück und wünsche der @cdusachsen zugleich aus vollem Herzen viel Erfolg! Ich freue mich aber auf meine Wahlkampfhilfe am Do in BB!
— Hans-Georg Maaßen (@HGMaassen) August 25, 2019
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Der wiederum sieht sich weiter als Wahlkämpfer. Er freue sich auf seine "Wahlkampfhilfe" in Brandenburg, fuhr er in seinem Tweet fort. Nur: Auch dort hält sich die Begeisterung über Maaßens Engagement in Grenzen - zumindest an der Parteispitze.
"Geht ihm vor allem um sich selbst"
Brandenburgs CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Ingo Senftleben distanzierte sich nun seinerseits von Maaßen. "Bei Herrn Maaßen gibt es eher den Eindruck, dass es ihm vor allem um sich selbst geht", sagte Senftleben dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das hilft uns nicht." Seine Partei setze vielmehr auf die Unterstützung von Rednern der Bundespartei. Maaßen habe zwei Auftritte bei CDU-Landtagskandidaten, die ihn eingeladen hätten. "Wir haben Herrn Maaßen nicht eingeladen", betonte Senftleben.
Im September 2018 war Maaßen als damaliger Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) in die Kritik geraten. Er hatte bezweifelt, dass es nach der Tötung eines Mannes am Rande eines Stadtfestes in Chemnitz zu "Hetzjagden" auf Ausländer gekommen sei. Die Äußerung löste eine Koalitionskrise aus. Im November versetzte Innenminister Horst Seehofer (CSU) Maaßen in den einstweiligen Ruhestand.