Brandenburg
Neonazis wegen Mordes an Obdachlosem verhaftet
Die Polizei spricht von einem äußerst brutalen, menschenverachtenden Vorgehen: Im brandenburgischen Templin sollen zwei mutmaßliche Rechtsradikale einen 55-Jährigen getötet haben. Der Obdachlose hatte früher als Tischler in dem Ort gearbeitet.
Templin - Die Leiche des ehemaligen Tischlers war am Dienstag mit schweren Kopfverletzungen in seiner früheren Werkstatt gefunden worden. Offenbar war der 55-jährige seit einiger Zeit wohnungslos. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.
Das Opfer wies nach Informationen der Staatsanwaltschaft Neuruppin massive Verletzungen am Kopf auf, die nur durch stumpfe Gewalteinwirkung zu erklären seien. Eine Staatsanwältin sprach von einem äußerst brutalen und menschenverachtenden Vorgehen.
Zwei mehrfach vorbestrafte Neonazis im Alter von 18 und 21 Jahren wurden am Abend wegen Totschlags verhaftet. Beide sind der Polizei als gewaltbereite Angehörige der rechtsextremen Szene bekannt. Einer der beiden Verdächtigen habe seine Tatbeteiligung gestanden und ausgesagt, die tödlichen Verletzungen herbeigeführt zu haben, hieß es.
Der 21-Jährige ist wegen gefährlicher Körperverletzung und schwerer Brandstiftung auffällig geworden und hat in der Vergangenheit bereits eine Jugendstrafe verbüßt. Derzeit steht er nach Aussetzung der Reststrafe seit Juni 2007 unter Bewährung. Der 18-Jährige wurde zuletzt im vergangenen Monat wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe mit Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt.
Das Motiv der Tat ist noch unklar, sagte eine Justizsprecherin. Die weiteren Ermittlungen würden zeigen, ob die Tat aus niedrigen Beweggründen begangen worden und damit als Mord einzustufen sei.
amz/fat/AP/dpa/AFP
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