Brandenburg SPD stärkste Kraft bei Bürgermeisterwahlen


Potsdam - Auch bei den Stichwahlen zu den Bürgermeisterämtern in mehreren brandenburgischen Städten und Gemeinden hat sich die SPD als stärkste Kraft durchgesetzt. Ihre Kandidaten gewannen am Sonntag in fünf Städten und Gemeinden, darunter in Brandenburg an der Havel. Das gab der Landeswahlleiter am Montag bekannt. In Frankfurt an der Oder schlug der CDU-Bewerber Martin Patzelt nur knapp einen früheren Stasi-Mitarbeiter. Die unabhängige Kandidatin Karin Rätzel wird neue Oberbürgermeisterin in Cottbus.

Vor allem die Ergebnisse in den ostbrandenburgischen Städten Frankfurt und Cottbus waren mit Spannung erwartet worden. An der Oder war aus der Hauptwahl vor drei Wochen zunächst Axel Henschke mit dem besten Ergebnis hervorgegangen. Der PDS-Politiker war für ein Wahlbündnis angetreten und hatte sich offen zu seiner Vergangenheit als hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter bekannt. Zur Stichwahl unterlag er mit 46,6 Prozent der Stimmen dem CDU-Kandidaten Martin Patzelt, der auf 53,4 Prozent kam. Patzelt löst den SPD-Politiker Wolfgang Pohl als Oberbürgermeister ab.

Eindeutiger setzte sich in Cottbus die frühere Finanzbeigeordnete und ehemalige SPD-Politikerin Rätzel durch. Trotz der Unterstützung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe für ihren CDU-Konkurrenten Markus Derling votierten 66,3 Prozent der Wähler für die parteiunabhängige Bewerberin.

Erst im Dezember 2000 war Rätzel vom Stadtparlament als Finanzdezernentin abgewählt worden. Zuvor hatte sie dem bisherigen CDU-Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt nach einer Finanzaffäre um die kommunale Wohnungsgesellschaft vorgeworfen, in der Stadt herrschten Filz und mafiaähnliche Strukturen.

Auch in Brandenburg an der Havel ging das Rennen um die OB-Amtskette denkbar knapp aus. SPD-Bewerber Helmut Schmidt schlug mit 51,2 Prozent und etwa 600 Stimmen Vorsprung seine CDU-Konkurrentin Dietlind Tiemann. Dieser war zuvor vorgeworfen worden, den privaten TV-Stadtkanal ihres Mannes für den Wahlkampf eingesetzt zu haben.

Mit den abschließenden Stichwahlen hat sich die SPD auch insgesamt in den seit November 2001 laufenden Bürgermeisterwahlen in Brandenburg als stärkste Kraft behauptet. Ihre Kandidaten bestimmen künftig die Geschicke von 26 der 66 Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern. In zwölf Städten und Gemeinden wird ein Amtsträger der CDU regieren. Auch zwölf Einzelbewerber konnten sich durchsetzen, PDS und FDP stellen jeweils sieben kommunale Oberhäupter. Erfolgreich waren auch zwei Bewerber aus parteiunabhängigen Wahlbündnissen.



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