Co-Kandidatin um SPD-Vorsitz Geywitz verliert Direktmandat an Grünen-Kandidatin

Die Aspirantin auf den SPD-Vorsitz, Klara Geywitz, konnte ihren Brandenburg-Wahlkreis nicht verteidigen. Dort und in Leipzig holten die Grünen ihre ersten Direktmandate im Osten. Michael Kretschmer und Dietmar Woidke gewannen ihre Wahlkreise.

Klara Geywitz: Mit nur 177 Stimmen liegt ihre Gegenkandidatin Marie Schäffer von den Grünen vorn
CLEMENS BILAN/EPA

Klara Geywitz: Mit nur 177 Stimmen liegt ihre Gegenkandidatin Marie Schäffer von den Grünen vorn


Die Grünen haben bei den Landtagwahlen in Brandenburg zugelegt. Nun gibt es Hochrechnungen zufolge auch die ersten Direktmandate für die Partei in Ostdeutschland. Marie Schäffer hat den Wahlkreis Potsdam I gewonnen. Mit nur 144 Stimmen hat sie die bisherige Mandatsinhaberin Klara Geywitz überholt. Die SPD-Direktkandidatin bewirbt sich gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz um den Bundesvorsitz der SPD.

Schäffer holte 27 Prozent der Stimmen, Geywitz kam auf 26,7 Prozent. Geywitz gratulierte Schäffer auf Twitter. "Es war ein spannender Wahlkampf", schrieb sie.

Im Wahlkreis Leipzig 5 gewann die Grünen-Landesvorsitzende Christin Melcher 29 Prozent der Stimmen und lag damit klar vor dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten mit 20,6 Prozent. Auf Twitter bezeichnete Melcher ihr Ergebnis als "Hoffnungsschimmer für Sachen". Sie sei sich "der Verantwortung bewusst", schrieb sie.

Woidke und Kretschmer holen Direktmandate

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis hingegen gewonnen. 36,2 Prozent der Erststimmen in Spree-Neiße I entfielen auf den SPD-Politiker. 2014 hatte er noch 49,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Mit nur wenigen Prozentpunkten Abstand folgte ihm bei der Wahl der AfD-Kandidat Steffen Kubitzki mit 32,4 Prozent.

Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat in Brandenburg, bekommt dagegen kein Direktmandat. Mit 22,9 Prozent der Erststimmen unterlag er im Wahlkreis Dahme-Spreewald II/Oder-Spree I dem SPD-Kandidaten Ludwig Scheetz, für den 27,3 Prozent stimmten.

Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry ist mit ihrer Blauen Partei beim Wähler durchgefallen. Lediglich 805 Stimmen erhielt sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 3, das entspricht lediglich zwei Prozent der dort abgegebenen Stimmen. Bei den Zweitstimmen kam die Blaue Partei sogar nur auf ein Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Petry in der Sächsischen Schweiz noch das Direktmandat gewonnen.

SPD stärkste Kraft in Brandenburg, CDU in Sachsen

Deutliche Verluste musste die SPD in Brandenburg einstecken. Dennoch bleibt die Partei von Woidke vor der AfD stärkste Kraft. (Alle Ergebnisse finden Sie hier.)

Auch in Sachsen wurde ein neues Landesparlament gewählt. Ministerpräsident Michael Kretschmer konnte ebenso wie sein brandenburgischer Amtskollege das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewinnen.

Kretschmer setzte sich mit 45,8 Prozent der Stimmen vor dem AfD-Bewerber Sebastian Wippel (37,9 Prozent) durch. Der Wahlkreis galt als hart umkämpft. Bei den Zweitstimmen lag die AfD mit 37,9 Prozent vor der CDU mit 35,2 Prozent.

AfD-Politiker Wippel war in diesem Jahr bereits als AfD-Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz angetreten, war aber ebenfalls unterlegen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Kretschmer sein Direktmandat in Görlitz an den AfD-Kandidaten Tino Chrupalla verloren.

Sachsens AfD-Chef Jörg Urban hat im Kampf um das Direktmandat in Bautzen (Wahlkreis 56) gegen den langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Marco Schiemann verloren. Als einer der ersten Wahlkreise in Sachsen wurde "Bautzen 5" ausgezählt. Dabei entfielen bei den Direktstimmen 38 Prozent auf den CDU-Kandidaten. Der AfD-Kandidat kam auf 36,4 Prozent. Schiemann gehört bereits seit 1990 dem sächsischen Landtag an.



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asc/hba/AFP/dpa

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