Landtagswahl SPD in Brandenburg stärkste Partei - die Ergebnisse im Einzelnen

Die SPD gewinnt ersten Hochrechnungen zufolge die Landtagswahl in Brandenburg. Mit deutlichem Stimmenzuwachs landet die AfD dahinter auf Platz zwei. CDU und Linke müssen herbe Verluste einstecken.

Monika Skolimowska/ DPA

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg haben sich SPD und AfD ein enges Rennen geliefert. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Dietmar Woidke bleiben mit 26,2 Prozent stärkste Kraft.

Die AfD kommt auf 23,5 Prozent. Auch die Grünen gehören zu den Gewinnern. Sie holten laut Hochrechnungen ihr bislang bestes Ergebnis in Brandenburg mit 10,8 Prozent, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Wie die SPD erzielten auch die CDU und die Linkspartei ihre bislang schlechtesten Ergebnisse bei brandenburgischen Landtagswahlen.

Die CDU kam auf 15,6 Prozent. Die seit 2009 mit der SPD regierende Linkspartei erreichte nur noch 10,7 Prozent. Die FDP holte 4,1 Prozent und ist damit erneut , bnicht im Landtag vertreten. Die Freien Wähler (BVB/FW) kamen auf 5 Prozent.

Im Landtag kommt die SPD damit auf 25 Sitze. Die AfD als zweitstärkste Partei erreichte 23 Mandate. Die CDU kommt auf 15 Mandate. Linke und Grüne erhalten jeweils zehn Sitze.

Landtagswahl Brandenburg 2019

Endgültiges Ergebnis

Zweitstimmenergebnis
Anteile in Prozent
SPD
26,2
-5,7
CDU
15,6
-7,4
Die Linke
10,7
-7,9
AfD
23,5
+11,3
Grüne
10,8
+4,6
BVB / Freie Wähler
5
+2,3
FDP
4,1
+2,6
Sonstige
4,1
+0,2
Sitzverteilung
Insgesamt: 88
Mehrheit: 45 Sitze
10
25
10
5
15
23
Quelle: Landeswahlleiter

"Mir war es wichtig, dass Brandenburg in guten Händen bleibt", sagte Ministerpräsident Woidke in der ARD. "Ich bin erstmals froh, dass das Gesicht Brandenburgs auch in Zukunft ein freundliches bleiben wird." Woidke nannte es eine große Herausforderung, nun eine stabile Regierung zu bilden.

Rot-rote Koalition hat Mehrheit verloren

Die bisherige rot-rote Landesregierung hat damit ihre Mehrheit im Landtag klar verloren. Ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen könnte auf eine Mehrheit kommen. Woidke hat sich dafür ausgesprochen, zügig eine neue Regierung zu bilden. "Wir können uns nicht ewig Zeit lassen, und deswegen ist es wichtig, jetzt schnell anzufangen", sagte er im rbb in einer Gesprächsrunde mit Vertretern anderer Parteien.

Er ergänzte später, es sehe so aus, dass man eine Dreierkonstellation in der Regierung haben müsse. "Wir werden zeitnah die Gespräche beginnen."

Ein Bündnis mit der AfD haben die anderen Parteien bereits vor den Wahlen ausgeschlossen. "Es wird keine Politik um uns herum mehr möglich sein", sagte der AfD-Spitzenkandidat in Brandenburg, Andreas Kalbitz. Die AfD sei "gekommen, um zu bleiben".

Der CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben räumte die Niederlage seiner Partei ein. "Wir haben unser Wahlziel, stärkste Partei zu werden, nicht erreicht", sagte er. Die CDU habe "den Wählern ein Angebot gemacht", aber "nicht genug Vertrauen dafür gewinnen können". "Ich verstehe, dass viele davon enttäuscht sind - ich bin auch enttäuscht", sagte Senftleben.

Am Sonntag ist auch in Sachsen ein neuer Landtag gewählt worden.

asc/dpa/AFP

insgesamt 54 Beiträge
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interessierter10 01.09.2019
1. Mich stört die Farbgebung der AFD.
Die Farbe ist noch aus der Zeit ihrer Gründung. Mittlerweile sollte auch die Farbgebung die inhaltliche Ausrichtung widerspiegeln und daher in braun erscheinen.
KalliGraf 01.09.2019
2. CDU und LINKE
Beide sind große Wahlverlierer: CDU und LINKE. Warum die CDU, die gar nicht in der Opposition war? Ist es die fehlende Abgrenzung zur LINKEN gewesen oder aber der Kramp-Karrenbauer-Effekt. Und die LINKEN, die in der Regierung waren? Hat Frau Lompscher mit ihrem Mietdeckel-Syndrom die Brandenburger verschreckt?
burlei 01.09.2019
3. Die letzte Umfrage ...
... durch die "Forschungsgruppe Wahlen" vom 29.08.2019 sah die - SPD bei 22%, - AfD bei 21%. Heute, am 01.09.2019 lautet die Prognose - SPD 27,2% - AfD 22,8% Wie es aussieht konnte die SPD mehr Demokraten mobilisieren, an die Urnen zu gehen als die AfD noch mehr Wähler von ihrer nicht vorhandenen Alternative zu überzeugen. Warten wir also mal das Lamento der Rechten ab.
ned divine 01.09.2019
4. CDU und SPD verlieren, Aufwind erhalten andere....
Demokratisch und sozial zu denken und zu handeln ist offensichtlich nicht mehr erwünscht oder genehm. Nur noch Grüne und AFD versuchen derzeit als EINZIGE Partei hierzulande konsequent liberale westliche und über Jahrzehnte gewachsene deutsche Lebenskultur und Werte aufrecht zu erhalten oder aber die Umwelt zu retten bzw, auf klimatische Misstände hinzuweisen. Daran ist nichts schlecht, oder? Es gibt offensichtlich Menschen, die einer echten Demokratie zum Durchbruch verhelfen möchten. Die einen konsequenten Wunsch haben nach tatsächlicher Gleichberechtigung und echter Sebstbestimmung. Es wäre traurig wenn das jetzt verkannt wird, man muss die Zeichen der Zeit nun mal deuten und nicht die Augen davor verschliessen. Das wäre traurig. In den letzten Jahren ist in DE in vielen Bundesländern unübersehbar die islamische Lebensweise und Kultur leider vorherrschend geworden, Gesetze werden teilweise nicht mehr angewendet und es haben sich undurchsichtige Klan-Strukturen in diversen Großstädten ausgebreitet, welche gleichwohl dem konsequenten Denkweise und Bestreben der AFD als ein Paradigmenwechsel entgegenstehen. Nein und nochmals nein - der Islam gehört NICHT in dieses Land. Schon führende bekannte Politiker z.B. Helmut Schmidt, Sarrazin oder Buschkowski und viele andere namhafte Persönlichkeiten haben dies klar erkannt und benannt, werden inzwischen dafür diffamiert und teilweise z.B. mit Ausschluss aus der Partei bedroht, nur weil sie sich klar dazu ausgedrückt haben und ihr Fähnchen eben NICHT nach dem Wind hängen sondern klar Stellung beziehen und es riskieren, dass man sie notfalls dafür versucht mundtot zu machen. Das alles ist eben keine Demokratie mehr sondern eine große Gefahr für alle freiheitsliebenden Menschen in diesem Land, die wieder gerne und in sicheren Verhältnissen hier leben wollen und eine vernünftige Klimapolitik wünschen.
serum_user 01.09.2019
5. Was können wir morgen wieder lesen?
Ein super Wahlerfolg für die SPD! Herzlichen Glückwunsch! - wir können bis zur nächsten Wahl weiterschlafen. Das Gehalt ist sicher.
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