Hungerstreik am Brandenburger Tor Krankenwagen-Einsatz bei Berliner Flüchtlingsprotest

Beim Hungerstreik von Flüchtlingen vor dem Brandenburger Tor ist es zu einem großen Feuerwehreinsatz gekommen. Sieben Teilnehmer mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie streiken für die Anerkennung ihrer Asylanträge.

Feuerwehreinsatz am Protestcamp: Flüchtlinge mit Kreislaufproblemen
Sven Röbel / SPIEGEL ONLINE

Feuerwehreinsatz am Protestcamp: Flüchtlinge mit Kreislaufproblemen


Berlin - Der Hungerstreik vom Brandenburger Tor hat für weitere Protestierende gesundheitliche Folgen: "Sieben der 29 Flüchtlinge mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden", sagte Feuerwehrsprecher Sven Gerling. Einige Einsatzkräfte blieben zur Sicherheit verfügbar. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Protestierende kollabieren.

Die Flüchtlinge fordern auf dem Pariser Platz seit vergangenem Mittwoch mit einem Hungerstreik die Anerkennung ihrer Asylanträge. Am Montag hatten sie aus Protest gegen die Nichtbeachtung der Politik auch aufgehört, Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Schon am Wochenende hatten vier Flüchtlinge in Berlin Schwächeanfälle erlitten und mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Vor dem Brandenburger Tor waren Feuerwehr und Rettungsdienst mit rund einem Dutzend Wagen im Einsatz. Ein Zelt, das die Feuerwehr aufbauen wollte, lehnten die Flüchtlinge ab. "Wir wollen die Hilfe der Regierung nicht", sagte ein Sprecher der Flüchtlinge. "Wir wollen hier weiter unsere Mahnwache abhalten."

Die Asylbewerber harren unter freiem Himmel aus, weil ihnen kein Camp, sondern nur eine Mahnwache genehmigt wurde. Gegen den auch am Dienstag wieder einsetzenden Regen schützten sie sich mit Regenschirmen und Schlafsäcken. "Das Wetter setzt uns zu", sagte der Sprecher der Gruppe, der aus Pakistan kommt. "Wenn es so weitergeht und die Politik nicht reagiert, könnte das ein schwarzes Kapitel der deutschen Geschichte werden."

kes

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Seite 1
UdoL 15.10.2013
1.
---Zitat von Artikel--- "Das Wetter setzt uns zu", sagte der Sprecher der Gruppe, der aus Pakistan kommt. "Wenn es so weiter geht und die Politik nicht reagiert, könnte das ein schwarzes Kapitel der deutschen Geschichte werden." ---Zitatende--- Da hat er recht; die Untätigkeit der Zuständigen - ob in Berlin, Hamburg oder sonstwo - ist falsch und lässt Raum für diverse Dinge, bei denen Deutschland ganz schlecht aussehen könnte. Es sollte also reagiert werden, wenn auch nicht unbedingt so, wie der Sprecher sich das vorstellt.
glen13 15.10.2013
2.
Zitat von sysopSven Röbel / SPIEGEL ONLINEBeim Hungerstreik von Flüchtlingen vor dem Brandenburger Tor ist es zu einem großen Feuerwehr-Einsatz gekommen. Vier Teilnehmer mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie streiken für die Anerkennung ihrer Asylanträge. Brandenburger Tor: Krankenwagen-Einsatz bei Flüchtlingsprotest - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/brandenburger-tor-krankenwagen-einsatz-bei-fluechtlingsprotest-a-927936.html)
Die Flüchtlinge werden radikaler, wie auch in Hamburg - St. Pauli. Sie wollen nicht taten- und arbeitslos hinter Mauern zwangsernährt werden, sondern den Traum vom westlichen Leben erfüllt haben. Diese Art und Weise wird häufiger, energischer und schneller auf uns zukommen, als wir es uns vorstellen können. Und ich sehe keine Anzeichen bei der Politik dieses Problem international zu lösen. Es kann jedenfalls nicht so weiter gehen, dass der Westen subventionierte Lebensmittel in die Entwicklungsländer schickt und so deren Existenzgrundlage zerstört, um dann anschließend die Flüchtlinge in Auffanglagern ohne Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten festzuhalten oder schon an der Grenze zurück schicken. Auf Dauer werden wir uns dem Teilen mit ärmeren Regionen nicht verschließen können und dürfen. Und damit meine ich nicht Entwicklungshilfe von Gnaden, sondern reelle internationale Konzepte zur Selbsthilfe in den betroffenen Ländern.
buntesmeinung 15.10.2013
3. Erpressung
Diese Flüchtlinge haben das Recht, dass ihre Anträge nach Recht und Gesetz beschieden werden. Nicht mehr und nicht weniger. Und das sollte schleunigst geschehen. Es ist mehr als ärgerlich, dass Asylverfahren sich oft viel zu lange hinziehen. Keinesfalls aber darf einem Erpressungsversuch durch die Asylbegehrenden nachgegeben werden.
e-ding 15.10.2013
4. ...
Zitat von sysopSven Röbel / SPIEGEL ONLINEBeim Hungerstreik von Flüchtlingen vor dem Brandenburger Tor ist es zu einem großen Feuerwehr-Einsatz gekommen. Vier Teilnehmer mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie streiken für die Anerkennung ihrer Asylanträge. Brandenburger Tor: Krankenwagen-Einsatz bei Flüchtlingsprotest - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/brandenburger-tor-krankenwagen-einsatz-bei-fluechtlingsprotest-a-927936.html)
Die Asylanträge sollten wirklich schnellstens geprüft und über den Status der Antragsteller, nach geltendem Recht, entschieden werden. Asylverfahren dauern, in der Tat, zu lange.
FraSoer 15.10.2013
5. Hintergrundinformationen?
Wer ist die Gruppe von Asylsuchenden? Aus welchem Grund suchen sie Asyl? Warum befürchten sie dass ihr Asylantrag abgelehnt wird?
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