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20. Mai 2019, 09:00 Uhr

Landtagswahl

Kramp-Karrenbauer nennt Bremer SPD arrogant

Bremens Bürgermeister Sieling schließt Gespräche mit der Union nach der Wahl am Sonntag aus. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wirft der dortigen SPD deshalb Arroganz vor.

Die Bremer SPD könnte am Sonntag bei der Bürgerschaftswahl verlieren, in jüngsten Umfragen liegt die CDU vorne. Regierungschef Carsten Sieling schließt Gespräche mit der Union nach der Wahl dennoch aus.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wirft der SPD im Bremer Landtagswahlkampf deshalb Arroganz vor. "Ich habe mit Interesse gelesen, was die SPD vor der Wahl schon alles ausgeschlossen hat, bevor der Wähler überhaupt entschieden hat. Das ist arrogant und respektlos gegenüber dem Wählerwillen", sagte sie der "Nordsee-Zeitung".

Bremens SPD stellt seit 73 Jahren den Bürgermeister im kleinsten deutschen Bundesland. Das derzeitige rot-grüne Bündnis hätte laut den Umfragen keine Mehrheit mehr, es bräuchte die Linkspartei als dritten Partner.

Sieling hatte am vergangenen Freitag überraschend Sondierungsgespräche mit der CDU abgelehnt. Er sehe für einen Dialog mit der Union "keine Basis", sagte er (lesen Sie hier). Die CDU wolle "ein anderes Bremen", etwa durch Privatisierung von Landesunternehmen oder eine Bebauung des Neustädter Hafens, "was der Vernichtung vieler Arbeitsplätze gleichkäme". Zuvor hatte der Bürgermeister noch gesagt, außer mit Rechten und rechten Splittergruppen nach der Wahl mit allen demokratischen Parteien "natürlich" zu sprechen.

Den Befragungen zufolge liefern sich SPD und CDU in Bremen ein enges Rennen. In einer am Donnerstag vorgelegten Befragung des Instituts Infratest dimap für die ARD zog die Union mit ihrem Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder der SPD mit Sieling sogar um drei Prozentpunkte davon. Während die Christdemokraten darin 27 Prozent erreichten, kamen die Sozialdemokraten nur auf 24 Prozent. Falls sich dies am Wahlabend bestätigt, wäre dies für die SPD ein Einbruch um weitere fast neun Prozentpunkte im Vergleich zu ihrem bereits historisch schlechten Ergebnis bei der Bürgerschaftswahl 2015, als sie 32,8 Prozent bekam.

als/dpa

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