Landtagswahl Kramp-Karrenbauer nennt Bremer SPD arrogant

Bremens Bürgermeister Sieling schließt Gespräche mit der Union nach der Wahl am Sonntag aus. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wirft der dortigen SPD deshalb Arroganz vor.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer attackiert die Bremer SPD
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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer attackiert die Bremer SPD


Die Bremer SPD könnte am Sonntag bei der Bürgerschaftswahl verlieren, in jüngsten Umfragen liegt die CDU vorne. Regierungschef Carsten Sieling schließt Gespräche mit der Union nach der Wahl dennoch aus.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wirft der SPD im Bremer Landtagswahlkampf deshalb Arroganz vor. "Ich habe mit Interesse gelesen, was die SPD vor der Wahl schon alles ausgeschlossen hat, bevor der Wähler überhaupt entschieden hat. Das ist arrogant und respektlos gegenüber dem Wählerwillen", sagte sie der "Nordsee-Zeitung".

Bremens SPD stellt seit 73 Jahren den Bürgermeister im kleinsten deutschen Bundesland. Das derzeitige rot-grüne Bündnis hätte laut den Umfragen keine Mehrheit mehr, es bräuchte die Linkspartei als dritten Partner.

Sieling hatte am vergangenen Freitag überraschend Sondierungsgespräche mit der CDU abgelehnt. Er sehe für einen Dialog mit der Union "keine Basis", sagte er (lesen Sie hier). Die CDU wolle "ein anderes Bremen", etwa durch Privatisierung von Landesunternehmen oder eine Bebauung des Neustädter Hafens, "was der Vernichtung vieler Arbeitsplätze gleichkäme". Zuvor hatte der Bürgermeister noch gesagt, außer mit Rechten und rechten Splittergruppen nach der Wahl mit allen demokratischen Parteien "natürlich" zu sprechen.

Den Befragungen zufolge liefern sich SPD und CDU in Bremen ein enges Rennen. In einer am Donnerstag vorgelegten Befragung des Instituts Infratest dimap für die ARD zog die Union mit ihrem Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder der SPD mit Sieling sogar um drei Prozentpunkte davon. Während die Christdemokraten darin 27 Prozent erreichten, kamen die Sozialdemokraten nur auf 24 Prozent. Falls sich dies am Wahlabend bestätigt, wäre dies für die SPD ein Einbruch um weitere fast neun Prozentpunkte im Vergleich zu ihrem bereits historisch schlechten Ergebnis bei der Bürgerschaftswahl 2015, als sie 32,8 Prozent bekam.

als/dpa



insgesamt 74 Beiträge
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kraftmeier2000 20.05.2019
1. Das
die SPD in Bremen Gespräche mit der CDU ablehnt, ist genau richtig, denn warum sollen die den gleichen Fehler machen wie die Bundes- SPD machen, doch nur um Posten und Pöstchen zu bekommen. Das wäre wie im Bund das Ende dieser Partei, die hier in B… auch nur noch als Randbemerkung erscheint, kein Wunder bei dem miesen Personal (Nahles, Scholz).
mirage122 20.05.2019
2. Immer wieder unsinnige Statements
Muss diese Frau denn nun wirklich überall ihren Senf dazu geben? Welche Befugnis hat sie als CDU-Vorsitzende? Ich denke, sie ist einzig und allein dazu da, ihre Mitglieder "glücklich" zu machen. Das wird ihr mit solchen Auftritten ganz sicher nicht gelingen. Leider kenne ich die genauen politischen Strukturen in Bremen nicht. Ich weiß eben nur, dass Bremen die meisten Harzt-IV-Bürger beherbergt. Das ist natürlich ein sehr trauriger Rekord. Aber vielleicht genau aus diesem Grunde müssen Koalitionen bereits im Vorwege ausgelotet werden, die hier eine positivere Entwicklung herbei führen könnten. Und dann redet unsere zukünftige Bundeskanzlerin Annegret von Arroganz. Das ist genau der Punkt, der bei der Lösung von Problemen völlig fehl am Platze ist.
der-spiegel 20.05.2019
3. Kein Sorge, die fallen schon um
Keine Sorge Frau AKK, vor zwei Jahren hat die SPD eine GroKo auf Bundesebene ausgeschlossen... Solange die SPD nicht an der 5 % Hürde scheitert, wird sie Ihnen immer als Steigbügelhalter zur Verfügung stehen.
Watchtower 20.05.2019
4. Na da würde ich mal abwarten...
ob die SPD nach der Wahl nicht der Machthunger übermannt....wenn nicht, auch nicht schlimm. In jedem Fall braucht dieses "Nehmerland" eine gründlich Erneuerung....
RalfHenrichs 20.05.2019
5. Ist schlicht logisch
Vor allem, wenn die SPD weniger Stimmen als die CDU erreichen wird. Denn dann hat sie ja nur zwei Alternativen: rotrotgrün mit SPD-Erster Bürgermeister oder schwarzrot als Juniorpartner. Da ist schon allein aus Machtinteresse klar, was die angenehmere Perspektive für die SPD ist. Inhaltliche Gründe mögen noch dazukommen, da wäre ich mir aber nicht so sicher.
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