Feuer in der Silvesternacht Bekennerschreiben nach Brandanschlag auf Bremer Raumfahrtkonzern aufgetaucht

In der Silvesternacht war beim Bremer Raumfahrtkonzern OHB ein Feuer ausgebrochen. Nun hat sich eine Gruppe namens »Autonome Antimilitarist*innen« zu der Tat bekannt. Grund sei die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Bundeswehr.
Raumfahrtkonzern OHB: Das beschädigte Gebäude nach dem Brand

Raumfahrtkonzern OHB: Das beschädigte Gebäude nach dem Brand

Foto: -- / dpa

In der Silvesternacht standen Räumlichkeiten des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB in Flammen. Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf das Gebäude ist im Internet nun ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Das auf einer vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform veröffentlichte Schreiben begründet den Anschlag in der Nacht zum 1. Januar mit Geschäften des Unternehmens mit der Bundeswehr. OHB sei ein »Rüstungskonzern«, der Satellitensysteme für militärische Zwecke baue und verkaufe, erklärten die Verfasser. Das Schreiben werde nun geprüft, sagte eine Polizeisprecherin. Verfasser ist demzufolge eine Gruppierung mit dem Namen »Autonome Antimilitarist*innen«.

Am Donnerstag wurden Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) bei dem Unternehmen erwartet. »Ich verurteile den Anschlag auf OHB in aller Schärfe und versichere dem Unternehmen meine volle Solidarität. Wer Feuer in Büroräumen legt, ist nichts weiter als ein Krimineller. Die Polizei wird alles tun, um die Täter zu ermitteln«, schrieb Bürgermeister Bovenschulte kurz nach der Tat auf Twitter.

Ähnlicher Vorfall bereits im November 2021

Das Feuer in der Silvesternacht zog mehrere Büroräume auf zwei Etagen stark in Mitleidenschaft. Durch die Tat entstand erheblicher Sachschaden, verletzt wurde aber niemand. Zuerst hatte Radio Bremen über das Bekennerschreiben berichtet.

Innensenator Mäurer hatte bereits vor Auftauchen des Bekennerschreibens einen Verdacht geäußert. Es läge nahe, »dass die Täter auch dieses Mal vermutlich in der linksextremistischen Szene zu suchen sind«, sagte er kurz nach dem Brandanschlag. Mäurer bezog sich damit auf einen Anschlag Mitte November 2021, als zwei Brandsätze auf einem Parkplatz vor dem Unternehmen entdeckt worden waren.

Damals tauchte kurze Zeit später auf einer vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Internetplattform ein Bekennerschreiben auf, das die Polizei prüfte und als echt wertete. Als Motiv für die Tat im November wurde unter anderem die Geschäftsbeziehung zwischen OHB und der Bundeswehr genannt, bei der es um den Auftrag für das Aufklärungssatellitensystem SAR-Lupe geht. Auch 2018 gab es einen ähnlichen Zwischenfall bei OHB, als Container in Brand gesetzt wurden.

asc/dpa/AFP
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