Drogen Bremer Regierungschef Sieling will Cannabis legalisieren

Der neue Bremer Bürgermeister Sieling will den Haschisch-Konsum erlauben. Die Kriminalisierung sei "nicht mehr zeitgemäß" - der Jugendschutz müsse aber eingehalten werden.
Regierungschef Sieling beim Amtseid: "Klar ist, dass der Jugendschutz vollumfänglich eingehalten werden muss"

Regierungschef Sieling beim Amtseid: "Klar ist, dass der Jugendschutz vollumfänglich eingehalten werden muss"

Foto: Ingo Wagner/ dpa

Der SPD-Politiker Carsten Sieling ist der erste Ministerpräsident, der Cannabis frei zugänglich machen will. In einem Interview mit der "Welt"  sagte er, es sei unbestritten, dass die Kriminalisierung von Marihuana "nicht mehr zeitgemäß" sei.

In den vergangenen Wochen hatte die neue rot-grüne Bremer Landesregierung bereits mit den entsprechenden Plänen für Aufsehen gesorgt. Durch die Kriminalisierung entstünden hohe Kosten bei der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden, sagte Sieling. Deshalb solle der Konsum von Cannabis künftig nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, wenn der rechtliche Rahmen es zulasse. Auch über eine zentrale Abgabestelle für Volljährige werde nachgedacht.

Im Mai hatten sich auch bereits der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer (CDU), und der Grünen-Abgeordnete Dieter Janecek für die regulierte Freigabe von Cannabis ausgesprochen.

"Gute Politik muss immer auf der Höhe der Zeit sein", sagte Sieling der "Welt". "Klar ist, dass der Jugendschutz vollumfänglich eingehalten werden muss." Auf die Frage, ob er selbst Erfahrungen mit illegalen Drogen gemacht habe, antwortete er: "Nein, nie."

vek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.