Bremen CDU entrüstet sich über Ex-RAF-Terroristin als Lehrerin

Die frühere RAF-Terroristin Susanne Albrecht arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Deutschlehrerin an einer Bremer Grundschule. Jetzt empört sich die CDU darüber, nennt die Sache "untragbar", verlangt Aufklärung - SPD-Schulsenator Lemke preist den Fall als Musterbeispiel von Resozialisierung.

Bremen - Der Vorsitzende der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hartmut Perschau, reagierte heute "mit Erstaunen und Unverständnis" auf die Nachricht, dass Albrecht seit Jahren an einer Bremer Grundschule Migrantenkinder unterrichtet. Entsprechende Berichte hatte der Sprecher des Bremer Bildungssenators, Rainer Gausepohl, zuvor bestätigt.

Demnach übte Albrecht bereits seit mehr als zehn Jahren diese Funktion aus. Bildungssenator Willi Lemke (SPD) sei allerdings erst vor einigen Wochen im Zusammenhang mit der Diskussion über die RAF darüber informiert worden, sagte Gausepohl.

Perschau nannte es "völlig untragbar, dass unsere Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet werden". Die Äußerung von Bildungssenator Lemke, es handele sich hierbei "um ein Beispiel gelungener Resozialisierung", sei schwer nachvollziehbar. Perschau sagte, "unser Rechtsstaat sieht eine Resozialisierung vor, diese darf aber nicht auf dem Rücken unserer Kinder erfolgen".

Er kündigte an, eine Sondersitzung der Bildungsdeputation und des Rechtsausschusses zu beantragen. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat einen Fragenkatalog erarbeitet, anhand dessen Bildungssenator Lemke und Justizsenator Jens Böhrnsen (SPD) aufgefordert werden, die Vorgänge unverzüglich aufzuklären.

Albrecht hatte ihre Haftstrafe in Bremen verbüßt und war 1996 vorzeitig auf freien Fuß gesetzt worden. Die gebürtige Hamburgerin war im Juli 1977 mit Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt an der Ermordung von Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto beteiligt.

hen/ddp

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