Bremen Neonazi wollte Asylbewerberheim in die Luft jagen

Die Polizei in Bremen hat einen 21-Jährigen festgenommen und damit ein Bombenattentat verhindert. Mit 90 Gramm eines hochexplosiven Gemischs wollte der Rechtsextreme ein Asylbewerberheim sprengen.


Bremen - Bei der Durchsuchung der Wohnung des 21-Jährigen seien eindeutige Hinweise auf den geplanten Anschlag gefunden worden, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Bremen. Das Motiv sei vermutlich extreme Fremdenfeindlichkeit gewesen. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass es sich bei dem Mann um einen Einzelgänger handelt, der keiner Organisation angehört. Allerdings bewege er sich im rechtsextremistischen Umfeld. Hierzu gebe es noch weitere Ermittlungen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zu Einzelheiten des geplanten Anschlags wollten sich die Ermittler nicht näher äußern. Art und Menge des Sprengstoffs hätten gereicht, um in einem Umkreis von 30 Metern Menschenleben zu gefährden und erhebliche Sachschäden anzurichten.

Der Mann war der Bremer Polizei am Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess am 15. August beim Kleben von Plakaten aufgefallen und bereits einmal festgenommen worden. Seinerzeit wurde bereits rechtsradikales Propagandamaterial in seiner Wohnung sichergestellt. Er kam aber wieder auf freien Fuß.

Im Laufe weiterer Ermittlungen sei bekannt geworden, dass der 21-Jährige auch im Besitz von Bauanleitungen für Sprengsätze sei. Deshalb sei seine Wohnung am späten Dienstagabend erneut durchsucht worden. Der Sprengstoff wurde auf einem Truppenübungsplatz entsorgt. Die an die Wohnung des 21-Jährigen angrenzenden Häuser wurden in der Nacht vorübergehend evakuiert.



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