Amtliche Hochrechnung Sichere Mehrheit für Rot-Grün in Bremen

Am Morgen nach der Bürgerschaftswahl in Bremen ist klar: SPD und Grüne haben eine klare Mehrheit errungen. Trotz massiver Verluste errangen sie gemeinsam 44 der 83 Sitze im Parlament.
Bürgermeister Jens Böhrnsen: Schlechtestes SPD-Ergebnis aller Bremer Bürgerschaftswahlen

Bürgermeister Jens Böhrnsen: Schlechtestes SPD-Ergebnis aller Bremer Bürgerschaftswahlen

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Bremen ist das kleinste Bundesland mit den wenigsten Wählern - und dennoch dauert die Auszählung der Stimmen enorm lange. Verantwortlich dafür sind ein kompliziertes Wahlrecht und ein Stromausfall im Zählzentrum. Im Morgengrauen veröffentlichte der Landeswahlleiter aber nun doch eine amtliche Hochrechnung. Demnach errang Bremens rot-grüne Regierung bei der Bürgerschaftswahl eine Mehrheit.

Die beiden Parteien bekommen demnach 44 der 83 Sitze in der Bürgerschaft. CDU, Linke, FDP und AfD ziehen der Hochrechnung zufolge ebenfalls ins Parlament ein. Auch die rechtspopulistische Gruppierung "Bürger in Wut" (BIW) holte wieder ein Mandat. Die Hochrechnung beruht auf der Basis von 100 Prozent der Stimmzettel in Bremerhaven und 89 Prozent in Bremen. Das vorläufige Endergebnis wird erst für Mittwoch erwartet.

Mit Stand Montagfrüh erzielte die SPD 32,9 Prozent der Stimmen (-5,7 Prozentpunkte). Die Grünen als größte Verlierer bekommen 15,3 Prozent (-7,2). Gewinner sind die CDU mit 22,6 Prozent (+2,2), die Linke mit 9,2 Prozent (+3,6), die FDP mit 6,5 Prozent (+4,1). Die AfD erzielt nach der Hochrechnung 5,7 Prozent.

Daraus ergibt sich eine Sitzverteilung von 30 Sitzen für die SPD, 14 für die Grünen, 20 für die CDU, 8 für die Linke, 6 für die FDP, 4 für die AfD und ein Sitz für die "Bürger in Wut".

SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen hatte nach dem Urnengang von einem "bitteren Wahlabend" gesprochen und eine kritische Fehleranalyse angekündigt. Gleichwohl habe die SPD einen klaren Regierungsauftrag erhalten, hob Böhrnsen hervor. "Erste Wahl bleibt die Fortsetzung von Rot-Grün in Bremen", bekannte er sich auch zur bisherigen Koalition.

Video: Knappe Mehrheit für Rot-Grün

Nach dem schlechtesten SPD-Ergebnis aller Bremer Bürgerschaftswahlen betreibt die Führung der Sozialdemokraten am Montag Ursachenforschung. Am Nachmittag will sich SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi in Berlin äußern.

ler/dpa/AFP
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