Bremen-Wahl Linkspartei zieht erstmals in westdeutsches Parlament ein

Überschäumende Freude auf der Linken: Laut ersten Hochrechnungen zieht die Partei mit deutlich über acht Prozent in die Bremer Bürgerschaft ein. Nun will die Partei "Unruhe und Transparenz" in das Landesparlament tragen. An eine Koalition mit der SPD glauben die Linken nicht.


Bremen - Schon ist von einem "Linkruck" in der Freien und Hansestadt Bremen die Rede: Mit mindestens acht Prozent feiert die Linkspartei einen großen Wahlerfolg, nach eigenen Worten gar einen "historischen" - denn erstmals gelingt der Partei damit der Einzug in ein westdeutsches Parlament.

Nach ihrem Wahlsieg wolle die Partei nun "Unruhe und Transparenz" in der Bremer Bürgerschaft tragen, kündigte Spitzenkandidat Peter Erlanson in der ARD an. Mit dem Bremer Erfolg sei auch die angestrebte Vereinigung von Linkspartei und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) vorweggenommen worden, weil beide im Stadtstaat bereits gemeinsam den Wahlkampf geführt hätten.

Mit einem Bündnis mit der SPD rechnet die Bremer Linke allerdings nicht. Der Landessprecher Klaus-Rainer Rupp sagte im ZDF, es gebe relativ wenig inhaltliche Überschneidungen mit den bisher in der Bürgerschaft vertretenen Parteien. Er befürchte daher, dass aus Rot-Rot in Bremen nichts werde. Die Linke wolle im Landesparlament künftig dafür sorgen, "dass die soziale Idee wieder eine Adresse hat." Sie richtet sich also auf die Opposition ein.

Die SPD hat ein Regierungsbündnis mit der Linkspartei bereits ausgeschlossen. "Wir werden mit denen, die dafür in Betracht kommen, und da sage ich mal ganz deutlich, das ist nicht die Linke, ... in den nächsten 14 Tagen sprechen", sagte der SPD-Spitzenkandidat Jens Böhrnsen nach den ersten Hochrechnungen in der ARD.

yas/dpa/ddp



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