Bremerhavener Werft nimmt "Gorch Fock" als Pfand

Die "Gorch Fock" bei der Reparatur in Bremerhaven
Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Die "Gorch Fock" bei der Reparatur in Bremerhaven

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Im Streit um ausstehende Zahlungen will die Bremerhavener Bredo-Werft die "Gorch Fock" in ihrem Dock behalten, bis ihre Ansprüche beglichen sind. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, geht es um Forderungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

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Heft 21/2019
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Das Schiff liegt in einem Dock der Bremerhavener Schiffbauer, wo es im Auftrag der inzwischen insolventen Elsflether Werft repariert wird. In einem Brief teilte die Geschäftsführung der Bredo-Werft dem Ausrüstungsamt der Bundeswehr in Koblenz am 21. März mit, es habe einen Großteil des "leeren, nicht schwimmfähigen Kaskos neu hergestellt". Darum gehöre der Rumpf dem Bremerhavener Unternehmen. Zumindest stünden der Bredo-Werft "70 Prozent Miteigentumsanteile" daran zu.

Zunächst einigten sich die Beteiligten darauf, dass die Bundeswehr 3 Millionen Euro bis zur Klärung des Pfandrechts auf ein Treuhandkonto einzahlt und weitere 1,13 Millionen von der Elsflether Werft kommen sollten. Doch das Geld auf einem Treuhandkonto habe der Bank nicht zur Besicherung von Krediten gereicht, heißt es.

Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner befürchtet eine Kettenreaktion, sollte die Bremerhavener Werft insolvent werden. "Der Bund hat eine Verantwortung gegenüber der Werft und sollte die 3 Millionen Euro ohne Auflagen auszahlen", sagte Günthner dem SPIEGEL. Die Bundeswehr weist die Forderung zurück. "Lokale Standortpolitik gehöre nicht zum Aufgabenspektrum der Streitkräfte", teilte die Pressestelle mit.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, droht die Bredo-Werft damit, das für den 21. Juni geplante Ausdocken der "Gorch Fock" zu verhindern. "Gegen Zahlung von 4,3 Millionen Euro netto geben wir die Zurückbehaltungsrechte auf und docken die "Gorch Fock" aus. Ohne Zahlung kein Ausdocken!", heißt es in einem Rundschreiben an die Belegschaft.

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insgesamt 4 Beiträge
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fehleinschätzung 18.05.2019
1. das Schiff
will doch Keiner mehr....Zeit das Teil zu verschrotten und ein komplett neues Schiff bauen. Eine Posse
c.PAF 18.05.2019
2.
Der Staat als Auftraggeber ist immer riskant, die Zahlungsmoral oft unterirdisch. Wir selbst nehmen keine staatlichen Aufträge mehr an...
heinz k 18.05.2019
3. @ 1 fehleinschätzung Warum kein Neubau ?
Danke , das erste Mal das ich zu diesem Thema einen vernünftigen Gedanken lese ! Das Schiff steht dich nicht unter Denkmalschutz. Die Urtechnik des Segelns kann man sicher auch auf einem brandneuen Schiff lernen ! Und das kann man dann auch so wartungsfreundlich planen , das es auch in 50 Jahren noch kostengünstig zu reparieren ist ! Fr. v .d. Leyen sollte sich einfach mal die Denkweise aneignen die auch jeder Angestellte in der Privatwirtschaft hat : Das Geld der Firma wie eigenes privates Geld betrachten ! Nein nicht einstecken , sondern verantwortungsvoll damit umgehen !
hb15370 18.05.2019
4. Ein Witz
Eine auf einem Segelboot ausgebildete Mannschaft ist wahrscheinlich kriegsentscheidend. Also Fregatten und Uboote einstampfen. Es geht voran.
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