Vor Brexit Rekordzahl an Briten lässt sich in Deutschland einbürgern

Rund 7500 Briten haben im vergangenen Jahr einen deutschen Pass erhalten - so viele wie noch nie zuvor. Nur aus der Türkei wurden wieder mehr Menschen eingebürgert.
Die Flaggen Großbritanniens und Deutschlands

Die Flaggen Großbritanniens und Deutschlands

Foto: Soeren Stache/ picture-alliance/ dpa

Ende März 2019 wird Großbritannien aus der EU austreten, dann soll eine Übergangsphase bis Ende 2020 folgen. Aber schon jetzt treffen viele Briten offenbar Vorbereitungen, um auch nach dem Brexit weiter als EU-Bürger zu gelten. Im Jahr 2017 haben so viele Briten wie noch nie einen deutschen Pass bekommen. Es wurden 7493 Briten eingebürgert.

Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 162 Prozent mehr als im Jahr davor. Schon davor war ein starker Anstieg festzustellen. 2016 erhielten 2865 Briten die deutsche Staatsangehörigkeit. 2015 waren es nur 622.

Rund neun Prozent aller eingebürgerten Briten haben 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft aus dem Ausland erworben - lebten also nicht in Deutschland. "Dabei handelt es sich überwiegend um Personen, die zur Zeit des Nationalsozialismus ausgebürgert wurden, und ihre Nachkommen", erklärte das Amt. Die Eingebürgerten aus dem Vereinigten Königreich waren mit durchschnittlich 52,8 Jahren deutlich älter als Eingebürgerte aus sonstigen EU-Staaten (40,9 Jahre) und als Eingebürgerte insgesamt (34,8 Jahre).

Insgesamt bekamen 2017 rund 112.200 Ausländer einen deutschen Pass. Dies waren 1,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor und zugleich der höchste Stand seit 2013. Wie in den Vorjahren wurden am häufigsten Türken eingebürgert (14.984), gefolgt von Briten, Polen, Italienern und Rumänen.

aev/Reuters/dpa
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