Brief an die Bürger Merkels Reformreklame

Angela Merkel wirbt um die Wähler. In einem offenen Brief unter der Überschrift "Gemeinsam sind wir stärker" appelliert die Kanzlerin zum Jahreswechsel an die Reformbereitschaft und bittet um Vertrauen für die Große Koalition. Ganz billig ist die Reklame nicht.


Berlin - "Wir brauchen die Bereitschaft für Veränderungen. Nur so können wir unseren Wohlstand und das hohe soziale Niveau in Deutschland für uns und die kommenden Generationen bewahren", schreibt Angela Merkel (CDU) in dem heute veröffentlichten Brief an die Bürger. Deutschland stecke voller Chancen, die genutzt werden könnten. "Ich weiß, dass viele von Ihnen genauso denken", unterstrich Merkel. Die Kanzlerin rief die Deutschen auf, die künftigen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. "Lassen Sie uns unser Land gemeinsam nach vorne bringen."

Kanzlerin Merkel: "Unser Land gemeinsam nach vorne bringen"
DDP

Kanzlerin Merkel: "Unser Land gemeinsam nach vorne bringen"

Die Bundeskanzlerin warb zugleich um Vertrauen für die von ihr geführte Große Koalition. Diese Koalition habe den "festen Willen, die Probleme zu lösen und die Herausforderungen zu meistern." An erster Stelle stehe dabei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. "Ich kann nicht akzeptieren, dass wir für so viele arbeitswillige Männer und Frauen in unserem Land keine Beschäftigung finden", betonte Merkel.

Die Bundesregierung habe damit begonnen, ein neues Klima für Unternehmen zu schaffen. Schwarz-Rot wolle die Lohnnebenkosten senken, damit endlich wieder mehr Menschen in Arbeit kommen. Mit einem in Kürze zu beschließenden, 25 Milliarden Euro umfassenden Sofortprogramm mit Investitionen in Verkehr, Forschung, Technologie und Gebäudesanierung wolle die Regierung für mehr Wachstum sorgen. Die Koalition wolle es ferner Eltern leichter machen, für ihre Kinder zu sorgen.

Am Ende des Briefes wünscht Merkel den Bürgern und ihren Familien alles Gute für das Jahr 2006. Der Brief soll nach Angaben des Bundespresseamtes als Anzeige in Zeitungen und Zeitschriften zwischen dem 29. Dezember und dem 2. Januar erscheinen. Die Kosten belaufen sich auf 2,95 Millionen Euro. Ein Regierungssprecher sagte, Vizekanzler Franz Müntefering kenne den Brief und trage ihn mit. Unabhängig von dem Schreiben wird es am Silvesterabend die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin geben.



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