Fracking-Protest in Schleswig-Holstein Klimaschützer mit Steinen beworfen

Beim Protest gegen ein Flüssiggasterminal und Chemiewerke in Brunsbüttel kam es zu Auseinandersetzungen. Sicherheitsleute sollen Aktivisten mit Steinen beworfen haben.
Aktivist:innen besetzen in Brunsbüttel das Gleis vor einem Chemieunternehmen

Aktivist:innen besetzen in Brunsbüttel das Gleis vor einem Chemieunternehmen

Foto: Jonas Walzberg / dpa

Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben am Samstag im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel gegen den Bau eines Flüssiggasterminals protestiert. In mehreren Gruppen demonstrierten sie insbesondere gegen die Nutzung von Fracking-Gas und für mehr Anstrengungen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Dabei wurden zeitweise Bahnstrecken blockiert, die zu dem Industriegelände ChemCoast Park führen, sowie am Nachmittag auch der Nord-Ostsee-Kanal .

An den Aktionen beteiligt waren unter anderem die Initiative Fridays for Future sowie die Organisation »Ende Gelände«. Unterstützt wurden die Proteste von der Grünen Jugend und der Linkspartei. »Die Klimakrise ist längst Realität. Wer jetzt noch ein Fracking-Gas-Terminal plant, spielt mit dem Feuer. Gas ist ein Brandbeschleuniger der Klimakrise«, erklärte »Ende Gelände«-Sprecherin Joli Schröter.

Bei den Aktionen ging es den Veranstaltern zufolge auch um Solidarität mit den besonders vom Klimawandel betroffenen Menschen des Globalen Südens sowie mit Menschen aus Abbaugebieten von Fracking-Gas. Nach einem zunächst friedlichen Auftakt gab es gegen Mittag zu kleinere Rangeleien mit der Polizei, die mit einem großen Aufgebot vertreten war. »Zu größeren Auseinandersetzungen kam es bislang nicht«, meldete  die Polizeidirektion Itzehoe am späten Nachmittag.

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Demonstranten mit Steinen beworfen

Die einzelnen Gruppen bezeichneten sich dabei als »Finger«: Der »gelbe Finger« blockierte ein Chemiewerk des Konzerns Sasol, der »pinke Finger« die Zufahrtswege zum Werk des norwegischen Chemieunternehmens Yara. Laut Polizeidirektion Itzehoe  wurden Aktivistinnen und Aktivisten von dort mit Steinen beworfen, möglicherweise von Sicherheitspersonal.

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Die Polizei versuchte zudem, die Demonstrierenden vom Gelände des Gasterminals in Brunsbüttel fernzuhalten. Dabei wurde auch Pfefferspray eingesetzt, berichteten Aktivistinnen und Aktivisten. Nach ihren Angaben gelang es am Nachmittag einer Gruppe, mit Kanus vorübergehend den Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal zu stoppen.

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Die Teilnehmerzahl an den Protestaktionen war den Veranstaltern zufolge auf 2000 begrenzt. Als es mehr zu werden schienen, war am Freitagnachmittag ein Anreisestopp für das nahe Brunsbüttel errichtete Protestcamp verkündet worden.

Die Linkspartei nahm die Proteste zum Anlass, um einen besseren Schutz parlamentarischer Beobachterinnen und Beobachter von Demonstrationen einzufordern. Deren Status und ihre oft vermittelnde Rolle bei Konflikten seien zuletzt mehrfach missachtet worden.

Linkenfraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte dabei auch eine vermehrte »strafrechtliche Verfolgung von demokratisch gewählten Mandatsträger*innen«. An den Protesten in Brunsbüttel nahm der Linkenabgeordnete Lorenz Gösta Beutin als Beobachter teil. Auch gegen ihn habe es bereits Strafverfahren in Verbindung mit Protesten gegen das Kohlekraftwerk Datteln IV gegeben, sagte Bartsch.

sem/AFP
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