Buback-Attentat Boock nennt erneut Wisniewski als möglichen Mörder

Der frühere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock hat im Prozess gegen seine einstige Genossin Verena Becker bekräftigt, dass sie nicht an der Ermordung Siegfried Bubacks beteiligt gewesen sei. Er nannte die Ex-Terroristen Günter Sonneberg, Stefan Wisniewski sowie Knut Folkerts als mögliche Täter.
Peter-Jürgen Boock: "Ich denke, dass er zu dem Kommando gehörte"

Peter-Jürgen Boock: "Ich denke, dass er zu dem Kommando gehörte"

Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERS

Peter-Jürgen Boock

Stefan Wisniewski

Siegfried Buback

Stuttgart - RAF-Aussteiger hat erneut den ehemaligen Terroristen als möglichen Mittäter des Attentats auf Generalbundesanwalt genannt. Er gehe davon aus, dass es Wisniewski gewesen sei, der die anderen Mitglieder der "Roten Armee Fraktion" über den aus ihrer Sicht erfolgreichen Mordanschlag informiert habe, sagte Boock am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Zu dem Kommando hätten seiner Überzeugung nach neben Wisniewksi die Ex-Terroristen Günter Sonneberg und womöglich auch Knut Folkerts gehört.

Verena Becker

Boock hatte schon in früheren Äußerungen Wisniewski als möglichen Täter des Anschlags auf Buback 1977 genannt. Der RAF-Aussteiger hatte ihn 2007 im Zusammenhang mit der Diskussion um eine vorzeitige Haftentlassung des Ex-Terroristen Christian Klar beschuldigt. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft führten bislang aber zu keinem Ergebnis. In Stuttgart ist als mögliche Mittäterin angeklagt.

Er habe mit anderen RAF-Mitgliedern in Amsterdam das Attentat abgewartet, sagte Boock. "Aus allem heraus war es klar, dass es Stefan Wisniewski war, der angerufen hat", so Boock. "Ich denke auch, dass er zu dem Kommando gehörte und wusste, dass es geklappt hat. Sonst hätte er das nicht mitteilen können."

Wo Becker am Tattag genau gewesen sei, wisse er aber nicht. Das Bekennerschreiben zu dem Mord sei von den in Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen um Andreas Baader und Gudrun Ensslin vorformuliert worden. Er könne sich auch nicht daran erinnern, dass Becker bei der Verbreitung des Bekennerschreibens eine Vorreiterrolle einnahm.

Verena Becker ist angeklagt, weil sie bei der Entscheidung für den Anschlag sowie der Organisation eine maßgebliche Rolle gespielt haben soll. Der Sohn des Ermordeten, der Nebenkläger Michael Buback, glaubt hingegen, dass Becker selbst seinen Vater erschossen hat. Neben Boock sollen im dem Prozess noch weitere einstige RAF-Terroristen gehört werden. Darunter sind am 24. März Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts. Bereits für den 10. März sind Günter Sonnenberg, Stefan Wisniewski, Rolf Heißler und Adelheid Schulz in den Zeugenstand geladen. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel, ob die Ex-Terroristen ihr bisheriges Schweigen vor Gericht brechen werden.

RAF

Der Generalbundesanwalt und zwei Begleiter waren im April 1977 von einem -Kommando in Karlsruhe erschossen worden. Wer damals schoss, ist unklar.

ler/dpa/AFP
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