Bündnis 90/Die Grünen Künast kanzelt aufmüpfige Parteijugend ab

Erneuerungsdebatte unerwünscht: Der Parteinachwuchs der Grünen hat sich von Fraktionschefin Renate Künast eine Abfuhr geholt. Die Grüne Jugend hatte einen Generationenwechsel gefordert - und die Jamaika-Koalition im Saarland angegriffen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: Inhaltliche Erneuerung steht nicht an
ddp

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: Inhaltliche Erneuerung steht nicht an


Weimar - Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sieht keinen Grund für eine Erneuerungsdebatte in ihrer Partei. "Wir sind gut beraten, uns nicht inhaltlich zu erneuern. Wir müssen unsere sehr guten und vom Wähler honorierten Inhalte jetzt in Alltagspolitik übersetzen", wies sie am Samstag auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend in Weimar entsprechende Forderungen des Parteinachwuchses zurück. Künast erwarte beim Bundesparteitag am nächsten Wochenende in Rostock auch keine Diskussionen über eine inhaltliche oder personelle Neuausrichtung.

Der Grünen-Nachwuchs hatte einen Generationswechsel und eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Partei gefordert. "Es ist an der Zeit, sich von den Gesichtern der rot-grünen Ära zu verabschieden und junge Leute nach vorne zu bringen, die damals schon kritisch waren", sagte die politische Geschäftsführerin der Grünen Jugend, Julia Löffler.

Auf scharfe Kritik stieß die Entscheidung für ein Regierungsbündnis aus CDU, FDP und Grünen im Saarland. "Es ist komisch, mit zwei Parteien zu koalieren, die auf Bundesebene Politik machen, die alles andere als grün ist."

Die Zusammenarbeit im Saarland müsse danach beurteilt werden, "was sie tatsächlich bringt", sagte Künast dem Parteinachwuchs. Sie erwarte bei den nächsten Landtagswahlen wieder Debatten über dieses Thema, die jedoch mit einer inhaltlichen Analyse geklärt werden müssten. Für die Oppositionsarbeit im Bundestag sei es nun wichtig, die eigene Identität zu stärken. "Wir dürfen uns nicht in einem Rot- Rot-Grün mit angenuscheltem Grün verlieren", sagte die Fraktionschefin. Zukunftsthemen seien die Energieversorgung, ein gerechtes Gesundheitssystem, der Mindestlohn und Bürgerrechte.

Die Grüne Jugend wählte am Sonntag neben dem Kölner Studenten Max Löffler die Berlinerin Gesine Agena neu in die Doppelspitze der Parteijugend.

ore/dpa



insgesamt 186 Beiträge
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capu65, 06.10.2009
1.
Zitat von sysopDie Grünen wollen die Kraft des Neuen sein - aber mit alten Köpfen. Die Ex-Minister Künast und Trittin werden die Bundestagsfraktion führen, auch bei den Stellvertretern sind keine Überraschungen zu erwarten: Brauchen die Grünen dringend einen Generationswechsel?
Wie man am Wahlabend feststellen konnte, sind die Grünen mit ca. 10% hochzufrieden gewesen. Sie bedienen ihre Wähler weiterhin und werden in vier Jahren der kleinste Part der rot/rot/grünen Regierung sein. Die alten Köpfe sind schon in Ordnung, mittlerweile haben wir alle uns doch an die gewöhnt.
sitiwati 06.10.2009
2. das beste Beispiel
die SPD, voll auf die Fresse geflogen, warum,a uch weil man eine Münte wieder geholt hat und einen beschädigten Steini als KK gebarcht hat, Neuanfang mit Gabriel bei den Grünen genau so, aus den selbstgestrickten Pullovern und Turnschuhe in Amanidress, Frau Roth kommts daruf an, bei den Bayreuther Festspielen gesehen zu werden oder beim Oktoberfest, Tittin & Co sprinegn von einem pöstchen zum anderen, Hauptsache, das EIGENE stimmt, klar mit 10% ist man zufrieden, irgendwo werden schon mal 10% gebarucht werden und da gibts halt neue Pöstchen!
tofinz 06.10.2009
3. ...
bei parteien erwarten wir alle paar jahre verjüngung, wenn das aber in unternehmen mit den arbeitnehmern geschieht, schreien alle vor empörung auf. wenn es keine besseren gibt muss auch nicht verjüngt werden.
Kati Fu. 06.10.2009
4. wegen Pisa usw.
Zitat von sysopDie Grünen wollen die Kraft des Neuen sein - aber mit alten Köpfen. Die Ex-Minister Künast und Trittin werden die Bundestagsfraktion führen, auch bei den Stellvertretern sind keine Überraschungen zu erwarten: Brauchen die Grünen dringend einen Generationswechsel?
Die Grünen sind die eigentliche "bürgerliche" Partei, mit dem höchsten Durchschnittseinkommen der Mitglieder und Anhänger und dem höchsten Bildungsstand (ganz im Gegensatz zu CSU, CDU und FDP!). Daher wird es für die Grünen besonders schwer werden, Nachwuchs zu finden, z.B. wegen Pisa usw.
sitiwati 06.10.2009
5. das ist nicht
Zitat von tofinzbei parteien erwarten wir alle paar jahre verjüngung, wenn das aber in unternehmen mit den arbeitnehmern geschieht, schreien alle vor empörung auf. wenn es keine besseren gibt muss auch nicht verjüngt werden.
richtig, in jedem Betrieb muss an Arbeitnehmer am Sc,hgraubstock 17 oder im Büro Leistung bringen, ein Parteivorsitzender muss nur seine Stellung behaupten, ob seine Politik gut oder schlecht ist, wer fargt danach, was sich in den Höhe der Parteivorstände abspielt, ist reiner Machtkampf, bei den Grünen st so, dass sie ihr Wählerpotential ausgeschöpft haben, ein biscehn rauf oder runter + oder-, bei der SPD gehts schlichweg ums Überleben, dei Grünen sollten sich das genau anschaun! gelle, Frau Roth, Leute, dei man schnell mal auf einen sicheren Listenplatz setzt, aber dei keiner kennt und die dazu noch jede Menge Dreck am Stecken haben, sind sicher nicht besonders Parteifördernd!
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