Spitzenkandidaten Özdemir und Göring-Eckardt führen Grüne ins Wahljahr

Die Urwahl der Grünen ist entschieden: Die Parteibasis stellt Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir als Spitzenkandidaten-Team für 2017 auf. Das Ergebnis war extrem knapp.

Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt
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Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt


Drei Monate zog sich die Urwahl der Grünen, jetzt steht das Ergebnis fest: Die Parteibasis will Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir als Spitzenkandidaten im Bundestagswahlkampf sehen. Die Namen der beiden Gewinner gab der politische Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, bekannt.

Das Ergebnis fiel dabei äußert knapp aus. 75 Stimmen machten den Unterschied. Cem Özdemir erhielt demnach 12.204 Stimmen, Mitbewerber Robert Habeck 12.129. Für Anton Hofreiter votierten 8886 Grüne. Göring-Eckardt erhielt 23.967 Stimmen, sie stand als einzige Frau unter den Bewerbern aber ohnehin als Spitzenkandidatin fest.

Rund 61.000 Parteimitglieder waren aufgerufen, per Brief über die Spitzenkandidatur zu entscheiden. Mit rund 59 Prozent machte dieses Mal ein etwas kleinerer Teil der Basis mit als vor der letzten Bundestagswahl.

Das Spitzenduo wird versuchen müssen, die Flügel der Partei in Schach zu halten. Die Grünen haben eine linke und eine Realo-Strömung, die sich inhaltlich oft nicht einig sind. Özdemir, Göring-Eckardt und Habeck zählen zu den Realos, Hofreiter zu den Parteilinken.

Außerdem müssen die Spitzenkandidaten die Partei aus dem Umfragetief holen. Bei der letzten Bundestagswahl holten die Grünen 8,4 Prozent. Für 2017 peilt die Partei ein zweistelliges Ergebnis an.

"Das ist das richtige Duo für diese Zeit", sagte Grünen-Geschäftsführer Kellner bei der Präsentation des Wahlergebnisses

Katrin Göring-Eckardt war 2013 schon einmal Spitzenkandidatin der Grünen. Danach wurde sie Fraktionschefin. Die Thüringerin war 1989 an der Gründung der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt beteiligt, die im Bündnis 90 aufging. Ihr Theologiestudium schloss sie nicht ab, sie ist aber in der evangelischen Kirche aktiv. Die zweifache Mutter wirkt eher leise und zurückhaltend, kann aber bei Bedarf scharf angreifen.

Cem Özdemir, 51, war der mit Abstand bekannteste Bewerber in der Urwahl. Seit acht Jahren ist er Bundesvorsitzender der Grünen, zuletzt hatte sich in der Türkei-Debatte ein klares außenpolitisches Profil erarbeitet. Intern ist er umstritten, etwa wegen seiner offenen Haltung zu Auslandseinsätzen. Integration ist eines seiner wichtigsten Themen. Die Eltern des Schwaben kamen in den Sechzigerjahren als türkische Gastarbeiter nach Deutschland. Özdemir wurde 1994 erster Abgeordneter türkischer Herkunft im Bundestag. Der studierte Soziologe hat zwei Kinder.

Meinungskompass

amz/mho/dpa



insgesamt 158 Beiträge
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sven2016 18.01.2017
1.
Gut, dann halt diesmal keine Grünen mehr wählen ... Die Wurtschtlhuber der Mitte sollen es richten? Ich glaube nicht. Schade eigentlich.
Izmir..Übül 18.01.2017
2.
Ein weiterer Schritt in Richtung schwarz-grün.
gonzo24 18.01.2017
3. Echt?
Wer hat denn ernsthaft etwas anderes erwartet? Das Beste ist aber die Faruenquote. Das kommt dabei raus, wenn man das Geschlecht zum Zwang macht. Eine christlich grüne Frau mangels Konkurenz. Ist immer wieder erstaunlich , wieviel Frauen Karriere machen wollen. Selbst bei den Erfindern der Geschlechterzwangsquote ist sie nur bei 25%.
dbade101 18.01.2017
4. Es ist völlig egal
wer dort Spitzenkandidat ist. Die Grünen sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Knapp über 8 %, ohne echte eigene Themen, ständig gegen den Mainstream, wer braucht so etwas in einer Zeit, in der knallharte Lösungen und Maßnahmen gefordert sind, damit die Demokratie nicht völlig aus dem Ruder läuft. Kann man dieser Partei, mit Frau Peter, Claudia Roth und ähnlichen Größen diese große Verantwortung übertragen? Haben die Grünen wirklich Lösungen oder doch nur Lösungen, die Lösungen verhindern? Spitzenkandidaten werden mit Spitzenthemen kommen; dann werden wir sehen und beurteilen.
schwarzwald67 18.01.2017
5. Btw 2017
Wenn es läuft, dann läuft es! Wer sich jetzt noch für den US-hörigen, Bonusmeilen- und "Hanfpflanze auf dem Balkon" Lobbyistenfreund entscheidet, dem ist wahrlich nicht zu helfen. Und KGE, die verkrachte Ex-Studentin, bedarf sicher auch keiner persönlichen Vorstellung. Nie war es leichter, die die Grünen NICHT zu wählen. Herzlichen Dank an die Basis dafür. Ihr seid die wahre FDP mit Fahrrad!
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