Bürgerschaftswahl Historisch war der Rechenfehler, nicht die Wahlbeteiligung

Bei 78,8 Prozent habe die Wahlbeteiligung gelegen, verkündete am Abend die Hamburger Landeswahlleitung, und die Politiker waren stolz. Seit 1987 hatte es keine derart hohe Quote mehr gegeben. Doch jetzt mussten die Statistiker kleinmütig einräumen: Die Wahrheit liegt zehn Prozentpunkte tiefer.


Stimmabgabe in Hamburg
DDP

Stimmabgabe in Hamburg

Hamburg - Ein "kleiner Rechenfehler" heißt es jetzt, sei für die völlig falschen Angaben verantwortlich. Gestern war die Wahlbeteiligung zunächst mit 78,8 Prozent angegeben worden, ehe diese Zahl in der Nacht auf offiziell 69,3 korrigiert wurde. Im vorläufigen Ergebnis waren es dann aber nur 68,7 Prozent. "Dies ist kein grundlegender Fehler, der sich auf das Endergebnis auswirkt", sagte Wahlleiter Herbert Neumann noch am Abend.

Neumann zufolge entstand der Fehler aus zwei Gründen: Als Basis für die Hochrechnung der Wahlbeteiligung wurden in 20 Wahllokalen die abgegebenen Stimmen gezählt. "Die Stichprobe war wohl zu klein, wir werden das ändern", sagte Neumann am späten Abend bei der Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses. Außerdem hätten rund 150.000 Bürger Briefwahlunterlagen angefordert, aber längst nicht alle hätten die Stimmzettel zurückgeschickt, was erst bei der Auszählung auffiel.

Nach der neuen Berechnung liegt die Wahlbeteiligung unter dem Wert von 2001, als 71,4 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten.



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