Vorläufiges Ergebnis der Hamburg-Wahl AfD in Bürgerschaft - FDP scheitert an Fünfprozenthürde

Die FDP hat dem vorläufigen amtlichen Ergebnis zufolge den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft verpasst. Dagegen wird die AfD dem Landesparlament auch künftig angehören.
Auszählung im Hamburger Stadtteil Alsterdorf: AfD und FDP standen lange auf der Kippe

Auszählung im Hamburger Stadtteil Alsterdorf: AfD und FDP standen lange auf der Kippe

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Die AfD gehört auch künftig der Hamburger Bürgerschaft an. Die FDP scheitert an der Fünfprozenthürde, hat aber ein Direktmandat errungen. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, das das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein veröffentlichte. Demnach kamen die Liberalen auf 4,9 Prozent der Stimmen, die AfD auf 5,3 Prozent.

Die SPD erhält dem vorläufigen Ergebnis zufolge 39,2 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft sind die Grünen mit 24,2 Prozent. Ebenfalls im Parlament vertreten sind die CDU (11,2 Prozent) und Die Linke (9,1 Prozent). Damit hat das rot-grüne Regierungsbündnis um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher von der SPD eine klare Mehrheit im Landesparlament. Rein rechnerisch wäre auch eine Koalition der SPD mit der CDU möglich.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde die FDP knapp in die Bürgerschaft einziehen. Dann zeigte sich jedoch, dass den Liberalen wegen einer Auszählungspanne irrtümlich die 22,4 Prozent der Grünen zugeschlagen wurden. Im Wahlbezirk Langenhorn waren die Ergebnisse beider Parteien verwechselt worden. Die FDP-Spitzenkandidaten Anna von Treuenfels errang allerdings ein Direktmandat in Blankenese. Damit ist sie die einzige Vertreterin ihrer Partei in der Bürgerschaft.

Dass sich in Thüringen der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich von der CDU und der AfD zum Ministerpräsidenten hatte mitwählen lassen, wird als ein Hauptgrund für das schlechte Abschneiden der Christdemokraten und der Liberalen gesehen.

Dadurch sei ein Vertrauensverlust bei den Bürgern entstanden, sagte die Hamburger FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein. "Das war für uns sehr, sehr schwer in kurzer Zeit wieder aufzuholen." FDP-Chef Christian Lindner will nun den Mitte-Kurs seiner Partei schärfen. Von Treuenfels-Frowein gewann in ihrem Wahlkreis Blankenese ein Direktmandat - damit ist sie die einzige Vertreterin der Partei in der Bürgerschaft.

Der Statistikbehörde zufolge gaben von gut 1,3 Millionen Wahlberechtigten etwa 831.000 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 63,2 Prozent.

CDU-Spitzenkandidat Weinberg verpasst Einzug in die Bürgerschaft

Mit dem historisch schlechten Ergebnis für die CDU verpasste auch Spitzenkandidat Markus Weinberg den Einzug in das Landesparlament. Wie Wahlleiter Oliver Rudolf mitteilte, wurden alle 15 Mandate der CDU über Wahlkreismandate vergeben. Der Altonaer Bundestagsabgeordnete hatte jedoch nur auf der Landesliste kandidiert.

"Marcus Weinberg ist erst mal Bundestagsabgeordneter, er muss sich, glaube ich, jetzt auch selber erst mal finden", sagte CDU-Landesvorsitzender Roland Heintze. Er war auf Landeslistenplatz drei ebenfalls leer ausgegangen.

mes/ulz/fek/dpa
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