Bürgerschaftswahl in Hamburg Die Wahlanalyse


So wird die Wählerwanderung berechnet

Nach dem Hamburger Wahlrecht haben die Wähler insgesamt zehn Stimmen - fünf davon auf der Landesliste. Es ist sowohl möglich, alle fünf Stimmen auf eine Partei zu setzen, als auch diese fünf Stimmen auf zwei, drei, vier oder gar fünf Parteien aufzuteilen. Mit diesen fünf Kreuzen bestimmen die Wähler die Stärke der Parteien in der Bürgerschaft.

Um die Wählerwanderung zwischen den Abstimmungen 2011 und 2015 in Hamburg ermitteln zu können, ordnen die Wahlforscher von infratest dimap im Auftrag der ARD jede Person einer Partei zu. Die Demoskopen sprechen dieses Mal also von Wählern als entscheidende Größe bei ihrem Wählerwanderungsmodell, nicht von Stimmen.

Maßgeblich dabei ist für die Meinungsforscher, welcher Partei der Wähler alle oder die meisten der fünf Landesstimmen gegeben hat. Ein Beispiel: Ein Bürger hat 2011 vier Stimmen der CDU und eine Stimme der FDP gegeben, dieses Mal kreuzt er zwei Stimmen bei der SPD und drei bei der Linke an. Nach dem Modell von infratest dimap ist aus einem CDU-Wähler also ein Linke-Wähler geworden.

Für jede Partei berechnen die Demoskopen ein sogenanntes Wählerstromkonto mit Gewinnen und Verlusten, das den Austausch der Wähler zwischen den Parteien, den Wechsel von Wählern und Nichtwählern sowie den Generations- und Ortswechsel berücksichtigt. Grundlage hierfür sind amtliche Statistiken, Umfragen vor der Wahl, Befragungen am Wahltag und das Ergebnis der vorläufigen Auszählung der Stimmen. Durch die Betrachtung - Wähler statt Stimmen - und Rundungen (auf jeweils 1000) ergeben sich Abweichungen zu den amtlichen Wahlergebnissen.

Wer wählte was?

Während bei der Wählerwanderung Personen dargestellt werden, weisen die Demoskopen von infratest dimap sonst immer die Stimmen bzw. Stimmenanteile aus.



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