BUND "Die Grünen haben sich vom Atomausstieg verabschiedet"

Die Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrent, hat den Parteitags-Kompromiss der Grünen in Sachen Atomausstieg stark kritisert.


Karlsruhe - "Die Grünen haben sich vom Atomausstieg verabschiedet", sagte die Vorsitzende Angelika Zahrent am Sonntag am Rande des Parteitags der Partei in Karlsruhe. Der Kompromiss, der geschlossen worden sei, könnte Wählerstimmen kosten. "Das ist kein Ausstieg", erklärte Zahrent. Genau diesen hätten aber die Grünen ihren Wählern immer versprochen.

Grundsätzlich habe sie auf dem Parteitag in Karlsruhe das Gefühl gehabt, dass die Parteiführung das Heft fest in der Hand habe. "Die Grünen haben den starken Willen gezeigt, an der Regierung zu bleiben", sagte Zahrent. Gestritten worde sei nur über interne Sachen, die für die Koalition keine Rolle spielten. Es seien "staatsmännische Weisheiten" abgegeben worden, erklärte sie im Zusammenhang mit Bundesaußenminister Joschka Fischer und den Hermes-Bürgschaften. "Man will nicht mehr die kritischen Punkte sehen."

Die Grünen-Bundestagsfraktionschefin Kerstin Müller widersprach den Kritikern des Atomausstiegskurses von Umweltminister Jürgen Trittin: "Es ist ein Ausstieg", sagte Müller, räumte aber die weitgehende Kompromisslinie ein. "Die Grünen haben sich bewegt. Damit ist aber auch das Ende der Fahnenstange erreicht", sagte sie in Richtung der Atomindustrie. Nun müsse "zügig" verhandelt werden. Auf einen Zeitplan wollte Müller sich nicht einlassen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.