Antragstau Bundesamt für Flüchtlinge forderte schon Anfang 2014 mehr Personal

Die Bundesregierung weiß schon länger von der Personalnot beim Flüchtlingsamt Bamf als bislang bekannt. Nach Informationen des SPIEGEL drängt die Behörde seit Anfang 2014 - hatte aber zunächst nur wenig Erfolg.
Der frühere Bamf-Chef Schmidt: Bettelbrief an das Innenministerium

Der frühere Bamf-Chef Schmidt: Bettelbrief an das Innenministerium

Foto: Stefan Puchner/ dpa

Wegen der hohen Zahl von Anträgen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) schon seit Anfang vergangenen Jahres im Bundesinnenministerium wiederholt über Personalnot geklagt. Das belegen interne Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Bereits im Januar 2014 forderte die Behörde demnach 900 zusätzliche Stellen - wegen der "exorbitanten Steigerung des Geschäftsvolumens". Eine "zeitnahe Bearbeitung" der Anträge sei "nicht (mehr) möglich". Die Koalition bewilligte dem Bamf jedoch zunächst nur 300 Extrastellen.

Am 9. August 2014 schrieb der damalige Bamf-Chef Manfred Schmidt an das Innenministerium: "Die bewilligten 300 Stellen werden nicht ausreichen, den gegenwärtigen starken Anstieg zu bewältigen."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) war die kritische Lage schon damals bekannt. "Unterstreiche ausdrücklich die besorgte Prognose", hieß es in einer Vorlage für den Minister. Rund 1440 Stellen würden für 2015 benötigt, rechnete Bamf-Chef Schmidt kurz darauf vor.

Doch erst im Mai dieses Jahres, bei einem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt, kam die Zusage, das Bamf deutlich besser auszustatten. Im November hat der Bundestag bei den Etatverhandlungen nochmals nachgelegt: Nun sollen bis Ende 2016 rund 3700 weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

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