Bundesanwaltschaft Anklage gegen mutmaßliche IS-Mitglieder

Zwei Deutsche sollen sich dem IS angeschlossen haben - nun klagt die Bundesanwaltschaft die beiden jungen Männer an. Einer von ihnen soll einen Selbstmordanschlag im Irak geplant haben.


Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe " Islamischer Staat" (IS) erhoben. Die jungen Männer sollen sich im Juni 2014 dem IS angeschlossen haben.

Der 27-jährige Deutsch-Tunesier Ayud B. soll laut Anklageschrift zwischen Ende Mai und Mitte August 2014 eine Waffenausbildung in Syrien durchlaufen und an Kampfeinsätzen im Irak teilgenommen haben. Außerdem soll er weitere Dschihadisten geworben haben. Ihm wird deshalb vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Der 26-jährige Ebrahim H.B. habe sich wenige Tage nach Beginn der Waffenausbildung bereit erklärt, einen Selbstmordanschlag im Irak zu begehen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er sei dazu im August gemeinsam mit weiteren IS-Mitgliedern nach Bagdad gereist. Weil ein Teil der Gruppe verhaftet wurde, hat der Anschlag nicht stattgefunden.

In den vergangenen Monaten - verstärkt seit den Anschlägen von Paris - haben die deutschen Sicherheitsbehörden zahlreiche mutmaßliche Islamisten festgenommen. Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor dem hohen Sicherheitsrisiko, das von Dschihad-Rückkehrern ausgeht. Die Strategie des "individuellen Dschihads" gewinnt dem BKA zufolge stetig an Bedeutung - einzelne Angreifer, die nur schwer aufzuspüren sind, gehören zu einer anhaltenden Bedrohung.

anr/kry/AFP

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