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Flüchtlingslager in Griechenland Seehofer-Mitarbeiterin nennt Zustand "desaströs"

Im Juni besuchte eine Delegation des Innenministeriums ein griechisches Flüchtlingslager. Nach SPIEGEL-Informationen kam eine Beamtin in ihrem Bericht zu einem vernichtenden Urteil: "Alles ist kaputt."
aus DER SPIEGEL 29/2020
Flüchtlingskinder auf Samos

Flüchtlingskinder auf Samos

Foto:

Aris Messinis/ AFP

Es muss eine eindrucksvolle Reise gewesen sein. Im Juni besuchte eine Delegation aus dem Ministerium von Horst Seehofer (CSU) das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos. Nach der Rückkehr berichtete eine Beamtin Parlamentariern des Innenausschusses von der Reise. Sie wählte nach SPIEGEL-Informationen dabei drastische Worte.

Die Ministerialrätin beklagte den "desaströsen Zustand" der Einrichtung. Das Flüchtlingslager sei eigentlich nur für etwa 650 Migranten ausgelegt, tatsächlich lebten dort mehr als 6000. "Es entspricht wirklich nicht europäischen Standards, in keiner Weise", sagte die Beamtin laut Protokoll.

Die Delegation hat sich auf Samos vor allem angesehen, wie minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden. Bei den Jungen war laut der Beamtin "die Unterkunft total zerstört, die Toiletten haben keine Türen ... alles ist kaputt".

Die Mädchen müssten sich demnach einen Container teilen und hätten "alle auf dem Boden" gelegen.

243 kranke Kinder sollen nach Deutschland kommen

Das Innenministerium will 243 kranke Flüchtlingskinder aus Griechenland nach Deutschland holen. Sie leiden etwa unter Hepatitis, Hirnschäden, Lähmungen oder Nieren- und Herzinsuffizienz. Mit den Kindern sollen 685 Angehörige nach Deutschland kommen.

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Die ersten Familien sollen noch in diesem Monat eintreffen. "Die Bundesregierung rechnet nach aktuellem Stand Ende Juli 2020 mit einem ersten Transfer", teilte das Bundesinnenministerium dem SPIEGEL mit. "Die Vorbereitungen sind im vollen Gange."

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