Marode Regierungszentrale Sanierung des Kanzleramts kostet Millionen

Nach nur 15 Jahren ist das Bundeskanzleramt ein Sanierungsfall: Elektrik muss modernisiert werden, die alten Ölkessel fliegen raus. Nach SPIEGEL-Informationen kostet die Renovierung mehr als drei Millionen Euro.

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Kaum ein Regierungssitz auf dieser Welt ist größer als das Bundeskanzleramt am Spreebogen in Berlin, der Élysée-Palast nicht und auch nicht das Weiße Haus in Washington. Mit fast 20.000 Quadratmetern Nutzfläche, einer vielfach redundanten Technik und einer aufwendigen Architektur verschlingt es aber auch hohe Unterhaltskosten. Deren Tendenz: steigend.

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Im kommenden Jahr müssen über drei Millionen Euro aufgewendet werden, um veraltete Technik und Baumängel zu beseitigen. Das geht aus Berichten für die Haushaltspolitiker des Bundestags hervor, die dem SPIEGEL vorliegen. Zur Begründung heißt es darin: Bei vielen Einrichtungen des Gebäudes sei "das Ende ihrer Nutzungsdauer absehbar" und eine kostenaufwendige Erneuerung fällig. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Ein neues, nachhaltigeres Energiekonzept?

So müsste die Decke der Tiefgarage repariert werden, durch die Wasser eindringt. Die Stromleitungen seien reparaturbedürftig, und die Waschtischarmaturen müssten "hygienegerecht" umgebaut werden. Geplant sei auch der Austausch der Fotovoltaikanlage, die unter anderem dadurch beschädigt worden ist, dass Krähen Steine auf die Solarplatten werfen.

Ein neues Energiekonzept soll nach SPIEGEL-Informationen für mehrere Hunderttausend Euro in Auftrag gegeben werden. Die Grünen kritisieren, dass statt der installierten Ölheizung nicht schon länger nachhaltigere Heizsysteme verwendet werden. "Ich verstehe, dass das Kanzleramt sich autark versorgen will", sagte deren Haushaltsexperte Tobias Lindner dem SPIEGEL. "Dennoch gibt es zu Ölheizungen seit Längerem Alternativen."

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insgesamt 177 Beiträge
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Seite 1
i.dietz 08.10.2016
1. An der Quelle sass der Knabe
die exorbitanten Renovierungskosten dürften wohl kein Problem für die Haushälter sein - wird einfach mal so durch gewunken ! Unsere Parlamentarier bzw. die polit. Elite muß ja doch adäquat untergebracht werden, dass wird jeder Otto-Normal-Bürger doch sicher einsehen !
G. Whittome 08.10.2016
2. Kohls Hinterlassenschaft
Der hatte damals halt einen Anflug von Megalomanie.
rkinfo 08.10.2016
3. Krähen bewerfen Solaranlage ?
Irgendwie eine konfuse Situation für eine Prachtbau, der sich weder um Ästätik noch Energieffizienz kümmert. Die sollten versuchen daraus ein Passivhaus zu machen - oder abreisen. Alles andere ist unwirtschaftlich und angesichts der Versprechungen zur CO2 Einsparung Hohn.
arno.crypto.nymous 08.10.2016
4. Geld spielt keine Rolle
Also man muss ja mal festhalten, das wenn das Kanzleramt nach 15 Jahren schon wieder so sehr sanierungsbedürftig ist, dann haben vor 15 Jahren die Planer und Architekten wohl offensichtlich total versagt, oder waren es die Baufirmen die da mit gemacht haben? Andere Leute bauen Häuser, die 20, 30 Jahre stehen und die bis dato noch keinen Sanierungsbedarf aufweisen, außer viellicht hier und da mal ein wenig Farbe. Wie kann es sein, dass das Kanzleramt schon wieder saniert werden muss, was stimmt da nicht? Haben die zu viele Steuern eingenommen, das sie da gleich mal wieder Geld zum Fenster hinaus werfen können? Oder sind die Wasserhähne nicht mehr golden genug, das sie ersetzt werden müssen? Ich würde das ganz eindeutlich unter Steuerverschwendung betrachten, denn nichts anderes ist das. Und wenn die Grünen jetzt nach einen "nachhaltigem" Energiekonzept schreien, ich wüsste da was, stellt Fahrräder auf und lasst die Grünen jeden tag 8 Stunden radeln und so Strom erzeugen, dann haben die Grünen wenigsten eine sinnvolle Beschäftigung und tun wenigstens was für ihre fetten Diäten. Mehr kriegen die nämlich auch nicht hin, als alles nur zu kritisieren und anderen Leuten Vorschriften zu machen, die sie dann selbst nicht einhalten.
mailo 08.10.2016
5.
Wenn dort tatsächlich konventionelle Ölheizungen installiert sind ist das tatsächlich nicht zu verstehen. Blockheizkraftwerke wären tatsächlich die deutlich brssere Alternative. Und wenn es tatsächlich der Fall ist, dass elektriscje Leitungrn bereits jetzt marode sind, dann ist wohl bei Planung und Installation etwas falsch gemacht worden. Sind Elektrische Leitungen für die Gebäudeinstallation mit einer Lebensdauer von 30 Jahren und mehr veranschlagt. Das einzige was mir hier plausibel erscheinen würde, wäre dass es sich bei den Leitungen um Teile des IT-Systems handelt das nich mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechen dürfte. Ich hätte mir einen detailierteren Artikel gewünscht.
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