Debatte über Lockerungen Merkel warnt vor Rückschlag in Coronakrise

Kanzlerin Merkel schaut offenbar mit Sorge auf die einsetzende Reisezeit. Jedem sei der Urlaub auf Mallorca oder in Griechenland gegönnt, doch das Virus sei nicht weg.
Angela Merkel (CDU): "Da liegt noch ein Riesenberg an Arbeit vor uns"

Angela Merkel (CDU): "Da liegt noch ein Riesenberg an Arbeit vor uns"

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POOL/ REUTERS

Die Reisewarnungen für die meisten EU-Länder sind gelockert, viele Deutsche machen sich Gedanken über mögliche Sommerurlaubsziele: Angesichts der Debatten über weitere Lockerungen in der Coronakrise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich vor einem Rückschlag gewarnt. Die deutsche Wirtschaft erleide in ihrer gesamten Breite einen riesigen Einbruch, sagte die Kanzlerin am Dienstag. Teilnehmer der Unionsfraktionssitzung im Bundestag zitierten Merkel mit den Worten: "Da liegt noch ein Riesenberg an Arbeit vor uns."

Noch wisse niemand, wie sich das Konsumverhalten und die Pandemie entwickelten. Sie wolle nicht pessimistisch sein, so die Kanzlerin - man könne der Lage nur optimistisch entgegentreten -, aber man müsse auch realistisch sein.

Merkel sagte, jedem sei die Freude über einen Urlaub auf Mallorca oder in Griechenland gegönnt. Wenn sie allerdings die ökonomischen Zahlen betrachte, "weiß ich nicht ganz, ob wir schon Hoffnungen und Realität zusammengebracht haben".

"Es ist nicht ohne, was uns da in den nächsten Monaten erwartet"

Bereits Ende April hatte Merkel in einer Schaltkonferenz der CDU-Spitze deutlich gemacht, wie unzufrieden sie darüber sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu "Öffnungsdiskussionsorgien" geführt hätten. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark, sagte sie damals.

Was man angesichts von sieben Millionen Kurzarbeitern im Mai derzeit erlebe, sei nie da gewesen, mahnte sie demnach. In der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 habe es 1,5 Millionen Kurzarbeiter gegeben. Anders als damals sei die Lage nun aber nicht schnell zu heilen. Deswegen sei es wichtig, dass Regierung und Unionsfraktion Zuversicht und Handlungsfähigkeit ausstrahlten.

Das Virus sei nicht weg, auch wenn man es gut eingedämmt und in die Schranken verwiesen habe, sagte Merkel demnach. Wo Menschen allerdings eng beieinander seien, gebe es aber immer wieder Ausbrüche. "Wir müssen sehr vorsichtig sein, damit wir die schon schwierige Lage in der Wirtschaft nicht noch mal verschlechtern", warnte sie. Es sei eine sehr angespannte Zeit, auch wenn derzeit meist die Sonne scheine. "Es ist nicht ohne, was uns da in den nächsten Monaten erwartet."

mst/dpa
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