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10. Februar 2017, 17:58 Uhr

Terrorbekämpfung

BKA-Chef will Deutschland für "Terror 4.0" wappnen

Gefährder sollen länderübergreifend nach demselben Maßstab eingestuft werden - das fordert BKA-Chef Holger Münch in einem Gastbeitrag im SPIEGEL. Deutschland könne sich keine unterschiedlichen rechtlichen Standards mehr leisten.

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) hält die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Terrorbekämpfung für verbesserungsbedürftig. Im Zeitalter des "Terrors 4.0" könne sich Deutschland keine unterschiedlichen technischen und rechtlichen Standards mehr leisten, schreibt Holger Münch in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL. "Wir müssen noch mehr im Sinne eines intelligenten, schlagkräftigen Netzwerks aus Bundes- und Länderbehörden denken und handeln." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Bislang, so Münch, seien im gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum von Bund und Ländern (GTAZ) nur Gefährdungsszenarien bewertet worden. Künftig müssten auch als gefährlich geltende Personen "länderübergreifend nach demselben Maßstab" eingestuft werden. Auch die Überwachung von Gefährdern müsse deutschlandweit einheitlich geregelt werden. Es dürfe nicht länger sein, dass solche Maßnahmen abgebrochen werden müssten, sobald ein Gefährder eine Landesgrenze überschreite, weil dort die Rechtsgrundlage fehle.

Münch schlägt vor, die Rolle des BKA zu stärken und eine "Koordinierungsstelle Terrorismus" zu schaffen: Sie könnte dafür sorgen, dass Polizisten aus weniger belasteten Bundesländern nach Bedarf die Länder unterstützen, wo größere Terrorgefahr besteht. Der Bund sollte dafür auch "eigene Einheiten" vorhalten.

Nach Angaben des BKA-Präsidenten führen Bund und Länder derzeit mehr als 760 Ermittlungsverfahren mit mehr als 1000 Terrorverdächtigen aus der islamistischen Szene - "doppelt so viele wie im Jahr 2013". Da die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Nahost immer stärker unter Druck gerate, würden es die Behörden künftig nicht nur mit deutschstämmigen Rückkehrern zu tun bekommen, "sondern auch mit Dschihad-Reisenden aus anderen europäischen Ländern oder aus Nordafrika".

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