Flüchtlingsstreit mit Belarus Immer mehr Migranten an deutsch-polnischer Grenze

Belarus lässt weiter Geflüchtete Richtung Nachbarländer durch. Nun ist dadurch auch die Zahl der Menschen an der deutsch-polnischen Grenze stark gestiegen. Im September waren es knapp sechsmal mehr als im August.
Zwei Bundespolizei-Beamte sichern den Rastplatz bei Großkontrollen zu illegalen Einreisen nach Deutschland

Zwei Bundespolizei-Beamte sichern den Rastplatz bei Großkontrollen zu illegalen Einreisen nach Deutschland

Foto: Patrick Pleul / picture alliance/ dpa / dpa-Zentralbild

Seit August klagen Litauen und Polen über die stark steigende Zahl der Migranten, die aus Belarus in die EU einreisen wollen. Inzwischen kommen die Folgen von Lukaschenkos Flüchtlingspolitik auch in Deutschland an. Die Bundespolizei berichtet von einer zunehmenden Zahl von Migranten an der deutsch-polnischen Grenze. Bis Ende September nahmen Bundespolizisten insgesamt 1556 unerlaubt eingereiste Menschen in Gewahrsam, wie die Bundespolizeidirektion in Berlin am Freitag mitteilte. Schwerpunkte waren demnach die Monate August mit 225 Fällen und September mit 1305 Fällen. Die Flüchtlinge kamen demnach vor allem aus dem Irak sowie aus Syrien, Iran und dem Jemen.

Schleuser in Kleintransportern

Hintergrund ist der Flüchtlingsstreit mit Belarus. Polen sowie Litauen und Lettland beklagen seit einigen Monaten die vermehrte Ankunft von Migranten vor allem aus dem Nahen Osten an ihren Grenzen zu Belarus. Die EU geht von einer Vergeltungsaktion des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko für Brüsseler Sanktionsbeschlüsse aus. Es wird vermutet, dass die belarussischen Behörden die Migranten gezielt ins Land holen und an die Grenzen zu den östlichen EU-Staaten schleusen.

Es sei inzwischen ein wesentlicher Einsatzschwerpunkt der Polizeidirektion Berlin, die Migration an der Binnengrenze zu kontrollieren, erklärte die Polizeibehörde. In einem Fall seien am Donnerstag bei Frankfurt an der Oder 40 Menschen festgestellt worden, die ungesichert auf der Ladefläche eines Kleintransporters eingeschleust wurden. Die 34 Männer und sechs Frauen seien in Gewahrsam genommen, der Schleuser sei festgenommen worden.

In einem weiteren Fall wurden nach einem Zeugenhinweis 41 Menschen aus dem Irak und Syrien, darunter eine Frau und zwei Kinder, an einer Bundesstraße in Ragow entdeckt. Auch sie wurden auf der Ladefläche eines Kleintransporters eingeschleust. Der Schleuser wurde festgenommen.

muk/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.