Bundespräsident Gauck lobt Wulffs Amtsführung

Im Kampf um das höchste Staatsamt waren sie Konkurrenten, aber inzwischen hat Bundespräsident Christian Wulff auch seinen einstigen Gegner Joachim Gauck überzeugt: Der frühere DDR-Bürgerrechtler attestiert Wulff gute Arbeit.

Bundespräsident Wulff bei seiner Weihnachtsansprache: Appell für soziales Engagement
dapd

Bundespräsident Wulff bei seiner Weihnachtsansprache: Appell für soziales Engagement


Berlin - In drei Wahlgängen standen sie sich am 30. Juni als Kontrahenten in der Bundesversammlung gegenüber, aber von Konkurrenz oder Groll kann jetzt keine Rede mehr sein: Joachim Gauck, ehemaliger Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, hat seinen siegreichen Konkurrenten Christian Wulff für dessen Amtsführung gelobt.

Wulff finde erkennbar in seine Rolle, sagte Gauck der "Welt am Sonntag". "Auch bei einem so erfahrenen Mann wie Johannes Rau hat es gedauert, bis er sich in das Amt des Bundespräsidenten gefunden hatte. Christian Wulff ist auf einem guten Weg, und die Deutschen wollen mit ihrem Bundespräsidenten auf einem guten Fuß stehen", sagte der frühere DDR-Bürgerrechtler.

Zu seiner Kandidatur um das höchste Staatsamt sagte Gauck: "Es war einfach eine tolle Erfahrung. Ich durfte eine Niederlage nicht als Niederlage, sondern als Gewinn erleben." Das Ausmaß der Zustimmung habe ihn überwältigt - vor allem aus der "eher unpolitischen jüngeren Bevölkerung".

Wulffs Amtsführung stößt auch bei den Bürgern insgesamt auf ein positives Echo: Die Mehrheit der Deutschen gibt dem Bundespräsidenten sechs Monate nach seinem Amtsantritt gute Noten. Nach einer Umfrage im Auftrag von "Bild am Sonntag" bescheinigen 57 Prozent Wulff, ein gutes Staatsoberhaupt zu sein. 18 Prozent beurteilten seine Arbeit dagegen als schlecht. Für mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) hat Wulff ihre Erwartungen übertroffen, 19 Prozent sind von ihm enttäuscht. Besonders die SPD-Anhänger konnte der ehemalige CDU-Ministerpräsident von sich überzeugen: Für 75 Prozent von ihnen ist er eine positive Überraschung.

Lob aus der SPD

Wulffs Ehefrau Bettina komme ebenfalls gut beim Volk an, hieß es in der repräsentativen Erhebung des Emnid-Instituts. Für 58 Prozent ist sie demnach eine gute First Lady, für 11 Prozent nicht. Emnid befragte am vergangenen Donnerstag insgesamt 501 Personen.

Auch aus der SPD gab es zuletzt Lob für Wulff. Seine Weihnachtsansprache, in der sich der Bundespräsident für mehr freiwilliges Engagement der Bürger einsetzte, fand die Zustimmung der Sozialdemokraten. "Es gibt zu wenig Menschen, die sich ehrenamtlich für andere engagieren", sagte Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt am Sonntag". Zu einem solchen Engagement könne nur durch Vorbilder und Anerkennung ermutigt werden. "Es ist eine schöne Geste, dass Bundespräsident Wulff sich für diese Menschen Zeit genommen hat."

Wulff hatte in seiner Ansprache am ersten Weihnachtstag zu ehrenamtlichem Engagement aufgerufen. Zur Aufzeichnung der Ansprache am 21. Dezember empfing er aktive Bürgerinnen und Bürger im Schloss Bellevue. Unter den 190 Gästen waren Schüler, Ehrenamtliche aus Vereinen, Ordensschwestern, Pfadfinder und Polizisten. Sie waren den Angaben zufolge stellvertretend für die 23 Millionen ehrenamtlich aktiven Menschen in Deutschland eingeladen worden.

hen/dpa/dapd/AFP

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Seite 1
raka, 26.12.2010
1. .
Zitat von sysopIm Kampf um das höchste Staatsamt waren sie Konkurrenten, aber inzwischen hat Bundespräsident Christian Wulff auch seinen einstigen Gegner Joachim Gauck überzeugt: Der frühere DDR-Bürgerrechtler attestiert Wulff gute Arbeit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736570,00.html
Was kann er anderes sagen um nicht als schlechter Verlierer da zu stehen. So wird ihm das Lob an seinen ehemaligen Konkurrenten nun als persönliche Größe angerechnet. Der Gauck weiß schon, wie es geht ...
rehabilitant 26.12.2010
2. Wulff, Gauck oder Irgendeiner
Zitat von sysopIm Kampf um das höchste Staatsamt waren sie Konkurrenten, aber inzwischen hat Bundespräsident Christian Wulff auch seinen einstigen Gegner Joachim Gauck überzeugt: Der frühere DDR-Bürgerrechtler attestiert Wulff gute Arbeit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736570,00.html
Das ganze Getöse im Umfeld der Bundespräsidenten-Wahl löst sich langsam in Luft auf. Es wird deutlich, dass es im Grunde genommen egal ist, wer den Job macht. Entscheidend sind die Redenschreiber, und die kann man sich ja kaufen.
sedanon, 26.12.2010
3. Beide ungeeignet
Gauck wäre doch ein ähnlicher Schwätzer...nur noch deutlicher selbstverliebter.
ateschner 26.12.2010
4. Nichts besseres zu tun?
Zitat von rakaWas kann er anderes sagen um nicht als schlechter Verlierer da zu stehen. So wird ihm das Lob an seinen ehemaligen Konkurrenten nun als persönliche Größe angerechnet. Der Gauck weiß schon, wie es geht ...
Zum Glück gibt es Menschen die sogar über solchen Aussagen stehen... Seit kurzem rechne ich auch Herrn Wulff dazu.
stauchert 26.12.2010
5. ...
Zitat von rakaWas kann er anderes sagen um nicht als schlechter Verlierer da zu stehen. So wird ihm das Lob an seinen ehemaligen Konkurrenten nun als persönliche Größe angerechnet. Der Gauck weiß schon, wie es geht ...
Warum muß er denn überhaupt was sagen? Kann er nicht einfach mal die Klappe halten, wenn ihm nichts Vernünftiges einfällt, oder wurde er mit Waffengewalt dazu gezwungen? Wulff gute Arbeit zu konstatieren finde ich zumindestens gewagt. Man sollte diesen Versorgungsposten endlich abschaffen. Repräsentieren lassen können wir uns auch durch die Miss Germany.
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