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17. August 2007, 09:07 Uhr

Bundespräsidenten-Debatte

Koch will zweite Amtszeit von Köhler

Ja zu Köhler: Hessens Ministerpräsident spricht sich für die Wiederwahl des amtierenden Bundespräsidenten aus. Von einer Kandidatur des scheidenden bayrischen Regierungschefs Stoiber hält der CDU-Politiker dagegen nicht viel.

Hamburg - Die Union solle eine zweite Amtszeit Horst Köhlers als Bundespräsident unterstützen - findet Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). "Eine überwältigende Mehrheit der Menschen will, dass Horst Köhler das Amt weiterhin ausübt", sagte Koch der "Bild"-Zeitung.

CDU-Politiker Koch und Köhler: Hessens Regierungschef wünscht sich eine zweite Amtszeit des Bundespräsidenten
DDP

CDU-Politiker Koch und Köhler: Hessens Regierungschef wünscht sich eine zweite Amtszeit des Bundespräsidenten

Die Union wäre gut beraten, Köhler für eine zweite Amtszeit vorzuschlagen, wenn er dies selbst wolle, sagte der CDU-Politiker. "Ich finde, Horst Köhler muss wissen, dass wir hinter ihm stehen."

Skeptisch äußerte er sich dagegen zu einer Kandidatur von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). Dieser wird in wenigen Wochen sein Amt als Regierungschef in München abgeben. Stoiber war schon in der Vergangenheit als Bundespräsidenten-Kandidat im Gespräch. Koch fügte aber hinzu: "Ich schätze Edmund Stoiber sehr und er hat unbestreitbar die Fähigkeit zum Bundespräsidenten."

Zuletzt hatten mehrere CSU-Politiker Stoiber als Bundespräsident gefordert, unter anderem die bayrische Sozialministerin Christa Stewens. Dagegen erklärte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) seine Unterstützung für eine zweite Amtszeit von Köhler.

Vor einigen Tagen hatten sich bereits SPD-Parteichef Kurt Beck und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für eine zweite Amtszeit Köhlers ausgesprochen. Die Wiederwahl des Bundespräsidenten ist für das Frühjahr 2009 vorgesehen.

In der SPD gibt es aber auch Stimmen, die einen eigenen Kandidaten der Partei fordern. Unter anderem ist die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan im Gespräch, die schon gegen Köhler angetreten war.

Köhler selbst hat bislang offen gelassen, ob er für eine zweite Periode zur Verfügung steht. Seine Entscheidung werde etwa ein Jahr vor Ende der Amtszeit fallen, hatte das Staatsoberhaupt erklärt, also Mitte 2008.

flo/ase/dpa/ddp/AP

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