Bundespräsidentenwahl Schwan rechnet sich noch gute Chancen aus

Gesine Schwan zeigt sich optimistisch: Wenige Tage vor der Bundespräsidentenwahl sieht die SPD-Kandidatin passable Aussichten auf einen Sieg. Dabei setzt sie auf die Freien Wähler - und Abweichler aus Union und FDP.


Augsburg - Gesine Schwan hält es für möglich, am 23. Mai gegen Bundespräsident Horst Köhler zu gewinnen. "Meine Chancen sind gut", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Schwan zählt dabei auf Stimmen aus dem Lager von Union, FDP und Freien Wählern: "Schon 2004 hatte ich eine deutliche Zahl von Stimmen aus den Reihen der anderen erhalten", sagte Schwan. Diesmal seien Mehrheitsverhältnisse "weit knapper als beim letzten Mal". Sie wünsche sich für den kommenden Samstag, "dass zum ersten Mal eine Frau Bundespräsidentin wird".

Kurz vor der Abstimmung warb die Präsidentschaftskandidatin besonders bei den Freien Wählern um Stimmen. Sie betonte dabei "viele Gemeinsamkeiten" im politischen Grundverständnis. "Wir sind uns einig im Hinblick auf die Stärkung des Bürgerengagements, das Unbehagen an der Dominanz der Parteien in der Demokratie, der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung und einem stärkeren zivilgesellschaftlichen Einfluss", sagte Schwan. Sie und die Freien Wähler seien in diesen Punkten "sehr nahe beieinander".

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Bundespräsidentschaftswahl 2009: Alles über die Wahl und die Kandidaten
Schwan betonte, sie würde es für ihre Präsidentschaft als keinen Makel betrachten, wenn sie mithilfe von Stimmen der Linkspartei ins Amt gelangen würde: "Die Linke ist von etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland gewählt, man kann nicht einfach diese fünf Millionen Bürger von der Wahl des Bundespräsidenten ausschließen". Die SPD-Kandidatin betonte jedoch: "Ich mache keinerlei Deals mit der Linkspartei: Wenn mich die Linke wählt, wählt sie das, wofür ich stehe und was ich sage."

ler/ddp



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