Bundespräsidentenwahl Schwan trotz möglicher Konkurrenz der Linken optimistisch

Die Linke erwägt, eine eigene Kandidatin für die Wahl zum Bundespräsidenten aufzustellen - Gesine Schwan nimmt es gelassen. Trotz der möglichen Konkurrenz hat sich die SPD-Kandidatin zuversichtlich gezeigt. Als Bundespräsidentin würde sie sich mit Kanzlerin Merkel gut verstehen, glaubt Schwan.


Berlin - SPD-Kandidatin Gesine Schwan, rechnet sich auch im Falle einer Nominierung eines Bewerbers der Linkspartei bei der Bundespräsidentenwahl Siegchancen aus. Die Aufstellung eines Gegenkandidaten der Linken sei immer eine Option gewesen, die zur Diskussion gestanden habe, sagte Schwan am Sonntag im ZDF. Am Ende werde der Ausgang der Wahl aber davon abhängen, wie die Mitglieder der Bundesversammlung votierten.

SPD-Kandidatin Gesine Schwan: "Ich glaube, dass ich mich gut mit Angela Merkel verstehen würde"
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SPD-Kandidatin Gesine Schwan: "Ich glaube, dass ich mich gut mit Angela Merkel verstehen würde"

"Sie werden sich überlegen, welche Persönlichkeit ist für die Zukunft unseres Landes die richtigere", sagte Schwan und bekräftigte, sie wolle bei allen Parteien um Zustimmung für sich werben. Auch der Linkspartei habe sie Gespräche angeboten. "Sie können mich einladen", fügte die Hochschulprofessorin hinzu.

In der Zeit bis zur Wahl in knapp einem Jahr komme es ihr darauf an, "die wichtigen Probleme, die vor uns liegen - nicht die vielen Parteitaktierereien - aufs Trapez zu bringen". Dazu gehöre das Thema Bildung, aber auch die Frage, warum so viele Menschen abseits der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft stünden.

Schriftstellerin Christa Wolf mögliche Linke-Kandidatin

Schwan zeigte sich überzeugt, dass sie im Falle einer Wahl mit der Bundeskanzlerin gut zusammenarbeiten würde. "Ich glaube, dass ich mich gut mit Angela Merkel verstehen würde." Umfragen zufolge würde auch die Mehrheit der Bevölkerung zwei Frauen in den beiden höchsten Ämtern akzeptieren.

Am Wochenende hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass die Linkspartei einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken könnte. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sind dafür unter anderem die Schriftstellerinnen Christa Wolf und Daniela Dahn im Gespräch. Schwan, die gegen Bundespräsident Horst Köhler antritt, ist aber auf Stimmen von SPD, Grünen und Linken angewiesen.

Linken-Politiker hatten Schwan vor allem wegen ihrer Äußerungen kritisiert, wonach die Partei keine Antworten auf die Fragen der Gegenwart habe. Nach offiziellen Angaben gibt es aber noch keine Festlegung, ob ein eigener Bewerber ins Rennen geschickt wird. Die Entscheidung soll im Herbst fallen.

tno/Reuters/ddp



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