Nach Pannen an Regierungsfliegern Bund bestellt neue Großraumjets

Wenn Bundesminister auf Reisen gehen, scheint inzwischen eines als fast sicher zu gelten: eine Flugzeugpanne. Die Bundesregierung hat deshalb nun drei neue Großraumjets bei Airbus bestellt.

Weil sein Triebwerk nicht ansprang, kam Außenminister Maas 70 Minuten zu spät: der Airbus A321
Michael Fischer/ DPA

Weil sein Triebwerk nicht ansprang, kam Außenminister Maas 70 Minuten zu spät: der Airbus A321


Weil die Pannenserie bei Regierungsflugzeugen nicht aufhört, hat die Bundesregierung drei Großraumjets bei Airbus bestellt. Die erste Maschine soll 2020 ausgeliefert werden, die anderen beiden sind für 2022 geplant. Die Langstreckenflugzeuge sind Airbus zufolge neben ihrer Aufgabe als Regierungsflieger auch für den Truppentransport und medizinische Evakuierungsflüge vorgesehen.

Deutschland sei damit der erste staatliche Kunde für die Maschine des Typs ACJ350-900 XWB, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern mit.

Maas kam wegen Panne 70 Minuten zu spät

In der Vergangenheit war es bei Regierungsfliegern immer wieder zu Pannen gekommen. Erst am Sonntag war Bundesaußenminister Heiko Maas wegen einer Flugzeugpanne mit einer Verspätung von etwa 70 Minuten zu seinem Antrittsbesuch in Bulgarien eingetroffen. Der SPD-Politiker flog mit einem Airbus A321. Beim Start sprang das Triebwerk nicht an. Für Maas war es bereits die dritte Panne innerhalb von drei Monaten.

Am Dortmunder Flughafen hatte vor einer Woche zudem ein Transporter den leeren Regierungsflieger von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gerammt. Die Global 5000 werde noch weiteren Prüfungen unterzogen und sei noch nicht wieder flugbereit, sagte ein Sprecher der Luftwaffe auf Anfrage. Für Merkel bedeutete die Panne vor allem eine lange Rückreise. Statt nach ihren Terminen in Wuppertal in 45 Minuten mit der "Global" nach Berlin zurückzufliegen, musste sie den Hubschrauber für die ganze Strecke nehmen.

Kein Regierungsflieger mehr pannenfrei

Damit ist nun keiner der vier unterschiedlichen für Regierungsflüge vorgesehenen Flugzeugtypen mehr pannenfrei. Die anderen sind der Airbus A340 (Langstrecke), der Airbus A319 (Mittelstrecke) und die Global 5000 von Bombardier (Langstrecke). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zuletzt die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben, die die Flotte von derzeit 14 teils recht alten Flugzeugen ergänzen sollen.

Dadurch wird es für die Bundesregierung immer schwieriger, die Termine der Kanzlerin und ihrer Minister zu planen. Immer häufiger muss Linie gebucht werden.

mfh/dpa



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