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Plan von Minister Schmidt Regierung fördert Stillen in der Öffentlichkeit

Mütter werden oft kritisiert, wenn sie in der Öffentlichkeit stillen. Das möchte Ernährungsminister Christian Schmidt nach Informationen des SPIEGEL jetzt ändern - mit "positiven Botschaften".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Warum beschäftigt sich das Landwirtschaftsministerium mit dem Thema Stillen? Und ist das nicht eher ein Fall für das Familienministerium? Ist es nicht. Denn Stillen gehört in der politischen Aufteilung der Bundesregierung zum Bereich Ernährung. Deshalb ist der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) dafür zuständig.

Jetzt möchte sein Ministerium nach Informationen des SPIEGEL das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit populärer machen. Die Nationale Stillkommission (NSK) hat dazu einen Bericht mit dem Titel "Erarbeitung von positiven Botschaften zur Erhöhung der Akzeptanz des Stillens in der Öffentlichkeit" verfasst.

"In einer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft sollte das Stillen in der Öffentlichkeit idealerweise kein Problem darstellen", heißt es im Landwirtschaftsministerium. Das Thema sei in den vergangenen Jahren zunehmend medial thematisiert worden. Hintergrund seien Vorfälle, bei denen stillende Mütter zum Beispiel aus öffentlichen Verkehrsmitteln oder Restaurants verwiesen wurden.

Minister Christian Schmidt

Minister Christian Schmidt

Foto: JOACHIM HERRMANN/ REUTERS

Um dies zu ändern, soll der Bericht des NSK demnächst an den Petitionsausschuss des Bundestags übersandt und im Sommer veröffentlicht werden.

Schmidt ist selbst Vater von zwei Kindern. Er sagt: "Die ersten Monate im Leben eines Babys sind in jeder Hinsicht eine wichtige Zeit - auch, wenn es um die Ernährung geht." Zu diesem Zweck habe er Mitte Mai das Institut für Kinderernährung in Karlsruhe eröffnet.

Die NSK berät die Regierung seit 1994 zu Initiativen zum "Abbau von Stillhindernissen".

bs