Grundstücke, Gebäude, Versorgung Bundesregierung gibt Hunderte Millionen für US-Truppen aus

Zehntausende US-Soldaten sind in Deutschland stationiert - und sie verursachen dem Bund erhebliche Kosten. Wie viel genau, erklärte nun das Finanzministerium.

US-Fallschirmspringer beim Training in Bayern: Hohe Kosten für den Bund
Henry Villarama/U.S. Army/Handout via REUTERS

US-Fallschirmspringer beim Training in Bayern: Hohe Kosten für den Bund


Nirgendwo in Europa sind so viele US-Soldaten untergebracht wie in Deutschland. Billig ist das nicht, auch nicht für die deutschen Steuerzahler. Die Bundesregierung hat die US-Truppen in Deutschland in den vergangenen sieben Jahren mit 243 Millionen Euro unterstützt.

Damit wurden unter anderem Versorgungsleistungen für ehemalige Mitarbeiter oder die Bewirtschaftung von Grundstücken und Gebäuden bezahlt. Hinzu kommt eine Beteiligung an den Baukosten der US-Streitkräfte. Die 480 Millionen Euro, die der Bund von 2012 bis 2019 für alle militärischen Baumaßnahmen von Nato-Partnern in Deutschland verplant hat, entfallen "fast ausschließlich" auf die USA.

Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Brigitte Freihold hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Danach haben die USA derzeit rund 35.700 Soldaten in vier Bundesländern stationiert - mehr als die Hälfte davon (18.459) in Rheinland-Pfalz, 11.689 in Bayern, 3036 in Baden-Württemberg und 2471 in Hessen. Laut US-Botschaft werden zusätzlich 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten von den US-Streitkräften beschäftigt.

Soldaten könnten ins Nachbarland verlegt werden

Die USA wollen etwa 1000 Soldaten zusätzlich nach Polen schicken und erwägen, sie von Deutschland dorthin zu verlegen. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte die Überlegungen jüngst mit mangelnden Militärausgaben Deutschlands in Verbindung gebracht. Wie viel die US-Truppenstationierung in Deutschland kostet, konnte bisher weder die US-Botschaft noch die Kommandozentrale für die US-Streitkräfte in Europa EUCOM auf dpa-Anfrage beantworten.

Die Linken-Abgeordnete Freihold kritisierte die finanzielle Unterstützung für die US-Streitkräfte scharf. "Deutschland ist eine zentrale Drehscheibe der weltweiten US-Kriegsführung", sagte sie. "Deren Subventionierung durch den deutschen Steuerzahler muss endlich beendet werden."

jok/dpa



insgesamt 145 Beiträge
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bernteone 21.08.2019
1. 35 Millionen im Jahr !!!
Die Summe ist lächerlich , zum Vergleich das Verteidigungsministerium hat 154 Millionen im 1. Halbjahr für externe Beraterfirmen ausgegeben . Es sind in den 35 Millionen auch Pensionen für deutsche Zivilangestellte enthalten , zudem wie im Artikel erwähnt ist die US Armee ein Arbeitgeber für 12000 Menschen . Die Linken sollte sich nicht so aufspielen , es gibt wichtigeres in Deutschland zu erledigen . Wenn es die Amerikaner nach Polen zieht sollen sie gehen , aber das mit Kosten zu begründen ist lächerlich .
5b- 21.08.2019
2. Medienkarussell
Als Grenell damit "gedroht" hat die US Streitkräfte aus Deutschland abzuziehen, hat doch schon jeder mit etwas Verstand daran gedacht, warum sie überhaupt da sind. Natürlich haben sie eine Schutzwirkung, die aber hauptsächlich gegen die UDSSR—die gibt's nicht mehr. Die USA haben ihre Streitkräfte in Deutschland weil es strategisch und wirtschaftlich günstig ist. Das ist der wahre Grund. Deutschland ist relativ nah am Nahen Osten. Da kann man gut Drohnen von steuern. Die USA sind praktisch noch als Besatzer da. Zahlen die überhaupt Miete? Natürlich hat die US Präsenz auch für Deutschland Vorteile. Einer davon sollte eigentlich sein, dass der durch die Stationierung anfallende Aufwand Deutschland als Rüstungsbeitrag angerechnet wird. Jetzt haben das die USA komplett vergessen. Die USA sind dement. Sie wissen nicht mehr wo sie Sachen hingetan haben und wer Freunde und Feinde sind. Jetzt müssen deutsche Politiker die Kosten zusammenrechnen lassen, dass die USA daran erinnert werden. Da muss man sich schon Gedanken machen ob man sich auf den dementen Opa noch verlassen kann. Irgendwann muss er ins Altersheim. Zum Glück leben wir in Demokratien. Es kann schnell runter gehen aber fast so schnell auch wieder hoch, zumindest in Sachen Werte, Kultur und Ethik.
50&up 21.08.2019
3. Besatzungskosten?
Der deutsche Staat bezahlt für diese Besatzungskosten? Seit 1991 sollte man der US-Regierung keine müde Mark dafür zahlen das sie ihre Truppen hier stationiert. Im Gegenteil, pro US Soldat sollte eine Gebühr von 150000DM/75000€ erhoben werden sobald dieser hier anlandet. Der Fuhrpark pauschal mit dem höchsten KFZ Steuersatz und grundsätzlich mit Maut beaufschlagt werden.
kangootom 21.08.2019
4. Alter Hut
2013 gab es bereits einen Artikel in der Südeutschen Zeitung, dass der Bund die Gebäude der US Amerikaner bezahlt und die Amis nur die Planungskosten. Das geht auf einen Vertrag von 1975 zurück. Grotesker ist, dass der Bund den Reszwert der selbstfinanzierten Gebäude erstatten muss wenn eine Basis aufgegeben wird. Damit wird klar wieso in Rh-P. Hessen und BW in der Vergangenheit die Standorte geschlossen wurden, die gerade frisch renoviert wurden.
Gegen Zensur bei Spon 21.08.2019
5.
Mathematik: Alleine die reinen Steuereinnahmen aus Gehältern der Zivilbeschäftigten der US Armee übersteigt die Investition der Bundesregierung um ein vielfaches 30.000 Zivilangestellte Bedeutet unterm Strich: Wenn jeder dieser Angestellten im Jahr 1200 Euro Steuern bezahlt, dann finanziert sich das Militär alleine dadurch Fazit: Ausrein fiskalischer Sicht ist es ein Segen, dass die Amerikaner so viele Truppen hier haben
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