Beteiligung der Bundeswehr Bundesregierung schließt Syrien-Einsatz nicht aus

Deutschland könnte eine größere Rolle als bisher im Syrienkonflikt spielen. Die Koalition denkt nach SPIEGEL-Informationen über einen Einsatz der Bundeswehr nach. Voraussetzung dafür: ein Uno-Beschluss.
Bundeswehr im Einsatz (Archivaufnahme aus Afghanistan): Einsatz auch in Syrien?

Bundeswehr im Einsatz (Archivaufnahme aus Afghanistan): Einsatz auch in Syrien?

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Die Bundeswehr ist womöglich in Zukunft stärker mit dem Krieg in Syrien beschäftigt: Die Bundesregierung schließt einen Einsatz der Streitkräfte in dem Land nach SPIEGEL-Informationen nicht aus. Voraussetzung sei ein Beschluss des Uno-Sicherheitsrats, heißt es in Regierungskreisen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Denkbar sei ein Einsatz zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands. Nach Einschätzung des Kanzleramts sind die Chancen für ein solches Mandat in den vergangenen Wochen gestiegen. So wolle der russische Präsident Wladimir Putin sich schnell aus Syrien zurückziehen und strebe eine Zusammenarbeit mit den Amerikanern an, heißt es in der Umgebung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Damit wäre ein wesentliches Hindernis für eine Uno-Resolution entfallen.

In den vergangenen Jahren waren internationale Bemühungen für eine Lösung im Syrien-Konflikt vor allem an den Differenzen zwischen Russland und dem Westen gescheitert. Moskau hält an Diktator Baschar al-Assad fest, während der Westen dessen Ablösung fordert. US-Präsident Obama äußerte kürzlich die Hoffnung, dass Russland sich in Syrien künftig stärker auf den Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) konzentriere als auf die Verteidigung Assads.

Bei der militärischen Hilfe gegen den IS ist Deutschland bereits indirekt beteiligt, seitdem im Herbst vergangenen Jahres erstmals Waffen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer geliefert wurden, die im Nordirak von Bundeswehrsoldaten ausgebildet werden.