Bundestag AfD-Abgeordneter beschäftigt verurteilten rechtsextremen Gewalttäter

Ein mehrfach vorbestrafter Gewalttäter ist laut einem Medienbericht Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. Der Parlamentarier spricht von einer »zweiten Chance« für den rechtsextremen Angestellten.
Plenum des Bundestages

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Foto: Christian Spicker / IMAGO

Ein AfD-Abgeordneter im Bundestag beschäftigt einen Rechtsextremen und mehrfach verurteilten Gewalttäter. Das zeigt eine Recherche der »Welt« . Demnach ist Mario Alexander Müller seit Juli dieses Jahres als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AfD-Parlamentarier Jan Wenzel Schmidt angestellt. Zuletzt hatte Müller einen Hausausweis für das Parlament beantragt.

Müller wurde 2021 wegen gefährlicher Körperverletzung vom Landgericht Halle (Saale) zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Bereits 2013 verurteilte das Amtsgericht Delmenhorst Müller wegen gefährlicher Körperverletzung zu siebeneinhalb Monaten Haft auf Bewährung.

Im September 2010 verhängte das Amtsgericht Delmenhorst vier Tage Jugendarrest gegen Müller wegen eines körperlichen Angriffs auf einen Mann in einer Gaststätte im Oktober 2009.

Müller, 33, ist dem Verfassungsschutz als Funktionär der rechtsextremen »Identitären Bewegung« bekannt. Mehrere Landesämter nennen ihn in diesem Zusammenhang namentlich in Verfassungsschutzberichten.

Die Bundestagsverwaltung teilte der Zeitung zufolge mit: »Die von Ihnen genannte Person hat einen Antrag auf Ausstellung eines Hausausweises gestellt. Dieser wurde durch die Bundestagsverwaltung abgelehnt.«

Müllers Arbeitgeber, der AfD-Abgeordnete Schmidt, sagte der »Welt«: »Unser Rechtsstaatsprinzip ermöglicht jedem Menschen in unserer Gesellschaft eine zweite Chance. Insbesondere darf ein Mensch für ein Verhalten, für das er schon einmal bestraft wurde, nicht noch ein weiteres Mal bestraft werden.«

Als Arbeitgeber werde er sich weiterhin dafür einsetzen, dass Müller einen Hausausweis erhalte, so Schmidt. Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion teilte mit, der Fall sei ihr bislang nicht bekannt gewesen. Personalangelegenheiten einzelner Abgeordneter kommentiere man nicht.

Anmerkung der Redaktion: Der Text wurde in der Passage zum Urteil des Amtsgerichts Delmenhorst im Jahr 2010 geändert, nachdem in der ursprünglichen Version eine Tat genannt wurde, die zwar angeklagt, von der Müller aber dann freigesprochen wurde.

ulz
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