"Tornado"-Aufklärungsflüge Bundestag beschließt Syrien-Einsatz der Bundeswehr

Die Bundeswehr wird mit "Tornado"-Aufklärungsflügen den Luftkrieg gegen die Terror-Miliz "Islamischer Staat" unterstützen. Der Bundestag hat den Einsatz jetzt beschlossen und folgt damit dem Antrag der Bundesregierung.
Bundestag: Abgeordnete haben über Syrien-Einsatz abgestimmt

Bundestag: Abgeordnete haben über Syrien-Einsatz abgestimmt

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Der Bundestag hat dem Bundeswehreinsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugestimmt. Damit sollen bis zu 1200 deutsche Soldaten mit Aufklärungsflügen und einer Fregatte die internationale Koalition im Kampf gegen den IS-Terror unterstützen - zunächst bis Ende 2016.

Für das Mandat votierten 445 Abgeordnete, dagegen waren 145. Es gab sieben Enthaltungen. Die Ja-Stimmen kamen fast ausschließlich aus dem Koalitionslager. Die Linksfraktion hatte vorab ein geschlossenes Nein angekündigt, die Grünen-Fraktion eine mehrheitliche Ablehnung.

Vor der Abstimmung hatte es eine leidenschaftliche Debatte im Bundestag gegeben.

Die Aufklärungsflüge mit "Tornados" über Syrien sollen voraussichtlich bereits im Januar aufgenommen werden. Die Bundeswehr soll damit die Kampfjets der Anti-IS-Koalition unterstützen, selbst aber keine Bomben abwerfen. Die deutsche Fregatte "Augsburg" soll zum Schutz des französischen Flugzeugträgers "Charles des Gaulle" eingesetzt werden. Ein Tankflugzeug soll mit Treibstoffversorgung in der Luft längere Angriffsoperationen ermöglichen. Ziel ist die "Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen", dabei will man besonders dem Partnerland Frankreich militärisch zur Seite stehen.

VIDEO: Diese Probleme bringt der Einsatz mit sich

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So geht es jetzt weiter:

  • Im Krisengebiet werden wohl rund 450 Mann für den Betrieb der "Tornados" und der Tankflugzeuge vom Typ A310 eingesetzt, sie werden vermutlich in der Türkei stationiert.
  • Hinzu kommen rund 250 Mann auf der Fregatte "Augsburg", die den französischen Flugzeugträger "Charles des Gaulle" im Mittelmeer begleiten soll, und Personal für die militärischen Stäbe.
  • Bereits kommende Woche könnten die ersten beiden "Tormados" auf die türkische Luftwaffenbasis Incirlik verlegt werden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Die Aufklärungsflüge über Syrien könnten aber erst Anfang Januar starten, weil die Auswertungseinheit für die Aufnahmen derzeit mit ihrem Material noch bei einem Großmanöver in Spanien sei.
  • Ebenfalls nächste Woche soll laut Ministerium der Tank-Airbus in die Türkei verlegt werden. Er wäre dann auch "das Element, was als erstes in den Einsatz gehen könnte", so ein Sprecher.

ler/dpa