Zur Ausgabe
Artikel 14 / 62
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Brief an Abgeordnete Bundestags-Chauffeure pochen auf Tariflöhne

Die Fahrer der Bundestagsabgeordneten fühlen sich nicht wertgeschätzt. Nun fordern sie nach SPIEGEL-Informationen eine Bezahlung nach Tarif – doch ihr Arbeitgeber, eine Bundeswehrfirma, mauert.
aus DER SPIEGEL 22/2021
Wagen des Bundestagsfahrdienstes

Wagen des Bundestagsfahrdienstes

Foto: stefan zeitz / imago images/Stefan Zeitz

Mit seinen schwarzen Limousinen prägt der Fahrdienst des Bundestages das Bild im Berliner Regierungsviertel, häufig ist er bis spät in die Nacht im Einsatz. Nach SPIEGEL-Informationen sind viele der Fahrer und Fahrerinnen aber unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. Deshalb fordern sie jetzt, nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt zu werden.

Die Vizechefin der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Christine Behle, appelliert jetzt in einem Brief an alle Abgeordneten des Bundestages, sich für die Belange ihrer Chauffeure und Chauffeurinnen einzusetzen. Die Bediensteten wollten »ihre Arbeits- und Einkommensbedingungen in einem Tarifvertrag regeln«, schreibt sie in ihrem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt.

Aus: DER SPIEGEL 22/2021

Klima-Wandel

Der Höhenflug der Grünen ist vorerst gestoppt, die Partei gerät im Wahlkampf in die Defensive. Nach Fehlern von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock irritierte nun Parteichef Robert Habeck mit Aussagen zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Scheitern sie daran, ihre Ideale in die Wirklichkeit zu übersetzen? Und ist das Land wirklich so grün, wie es scheint?

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe

Die 252 Chauffeure sind Angestellte der BwFuhrparkService GmbH, einer Tochterfirma des Verteidigungsministeriums und der Deutschen Bahn. Sie klagen in einem weiteren Brief an die Parlamentarier, dass sie »schlechter gestellt sind als die Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer des Bundes«. Sie erführen von ihrem Arbeitgeber »keinerlei Wertschätzung« für den Service, den sie »jeden Tag rund um die Uhr für die Abgeordneten erbringen«.

Der Linkenpolitiker Pascal Meiser hält den Umgang mit dem Fahrdienst »für völlig inakzeptabel« und fordert die Geschäftsführung des Bundeswehrfuhrparks zu möglichen Tarifverhandlungen auf.

Diese lehnt allerdings eine tarifliche Bezahlung bisher klar ab und verwies darauf, dass die Fahrerinnen und Fahrer außerhalb der Sitzungswochen weniger arbeiten.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte auf Anfrage, man nehme die Belange der Beschäftigten sehr ernst. Grundsätzlich unterstütze man zwar eine tarifliche Regelung, allerdings gelte schon jetzt eine Betriebsvereinbarung mit den Fahrern.

Laut der Sprecherin verdienen die Fahrer je nach Betriebszugehörigkeit zwischen 13,93 Euro und 15 Euro je Stunde. Für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit würden zudem Zuschläge von 20 bis 30 Prozent gezahlt.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 14 / 62
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.