Bundestagsmandat Metzger will am Bodensee kandidieren - CDU lehnt ab

Neue Schlappe für Oswald Metzger: Nach der Niederlage in Biberach wollte der Ex-Grüne nun sein Glück als CDU-Bundestagskandidat im Bodenseekreis versuchen. Doch die dortigen Christdemokraten winken bereits ab.


Leutkirch - Die letzte herbe Schlappe für Oswald Metzger ist erst eine Woche her, da kommt bereits die nächste: Der ehemalige Grünen-Politiker hatte sich nach seiner Niederlage als CDU-Bundestagskandidat in Biberach doch noch eine Chance auf einen oberschwäbischen Wahlkreis ausgerechnet, wie die "Schwäbische Zeitung" berichtete. Im Bodenseekreis sei die CDU auf der Suche nach einem geeigneten Bewerber für die Bundestagswahl, nachdem mit dem Kreisvorsitzenden Markus Müller der aussichtsreichste Kandidat seinen Verzicht erklärt hat.

Oswald Metzger schloss dem Blatt zufolge eine Kandidatur nicht aus. Er zähle den Bodenseekreis nicht zu jenen Exil-Wahlkreisen im Stuttgarter Raum, die er stets mit Verweis auf seine oberschwäbischen Wurzeln abgelehnt habe. Die Bodenseeregion gehöre für ihn zum Quartier Oberschwaben, wo er für die CDU aktiv bleiben wolle, sagte der Finanzexperte dem Blatt. Er werde aber nicht von sich aus vorpreschen. "Es müssen deutliche Signale von Seiten der CDU kommen." Der neue Wahlkreis 293, zu dem neben dem Bodenseekreis vier Gemeinden aus dem Landkreis Sigmaringen gehören, gilt für einen CDU-Direktkandidaten als sicher. Die Nominierungsversammlung ist am 19. September in Überlingen.

Doch was sich Metzger wünscht, wird wohl nichts. Der zuständige Bezirkschef Andreas Schockenhoff gab Metzger am Mittwoch einen Korb. "Aus der Führung des Bezirksverbandes bekommt Metzger das Signal, auf das er wartet, sicher nicht", sagte er. Schockenhoff, der auch Bundestagsabgeordneter und Mitglied im CDU- Landesvorstand ist, sagte, er könne zwar nicht verhindern, dass der Ex-Grüne antritt, wenn dieser das wolle. "Ich wäre froh, wenn das dem Bodenseekreis erspart bleibt."

Metzger gehe es in erster Linie um die "Inszenierung seiner Person". "Er kann ja der Reihe nach in jedem Wahlkreis antreten. Ich glaube aber, dass er dann seine Glaubwürdigkeit verspielt." Metzger habe in den vergangenen Jahren bewiesen, "dass er kein wirkliches Interesse an Sachpolitik hat".

ffr/AP/dpa



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