Bundestagswahl 2006 Koch will nicht Kanzler werden

Hessens Ministerpräsident Koch hat eigenen Angaben zufolge keine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur 2006. CDU-Chefin Merkel sei "unangefochten die Nummer eins".


Koch: Will Merkel unterstützen
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Koch: Will Merkel unterstützen

Oberursel - Beim Landesparteitag der hessischen CDU in Oberursel sagte Roland Koch, er akzeptiere uneingeschränkt den Führungsanspruch Angela Merkels. Die Parteichefin sei "unangefochten die Nummer eins" und könne als solche auf die Unterstützung der hessischen CDU zählen. Spekulationen über eingene Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur wies er von sich: "Von mir wird es keine Initiative für eine Kanzlerkandidatur geben."

Er sehe seine Zukunft in Hessen. Dort habe er "viel zu tun" und der Job als Ministerpräsident mache ihm Spaß. Koch kündigte an, er werde sich bei bundespolitischen Themen "zurückhalten, aber nicht mundtot machen lassen".

Koch kritisierte unter großem Beifall der hessischen CDU-Delegierten den Umgang mit Merkels Vorgänger im Amt des Parteivorsitzes, Wolfgang Schäuble, bei der Kür des Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten von Union und FDP: "Ich hätte mir für Wolfgang Schäuble ein bisschen eine andere Behandlung gewünscht", sagte er.

Koch trat dafür ein, Ausländer schon bei begründetem Verdacht auf terroristische Kontakte abzuschieben - ohne eine solche Regelung dürfe es keine Einigung über das Zuwanderungsgesetz geben.

Koch stellt sich zur Wiederwahl als CDU-Landeschef. Vor zwei Jahren hatte er 98,8 Prozent der Stimmen erhalten. Die hessische CDU rief er auf, sich zur "Hessenpartei" weiter zu entwickeln. Als Anwalt der Bürger werde es der Partei 2008 gelingen, wieder die absolute Mehrheit im Wiesbadener Landtag zu erringen.



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