Bundestagswahl 2013 CDU kassiert die meisten Großspenden

Finanzhilfe für Angela Merkel: Im Wahljahr 2013 zeigen sich Deutschlands Unternehmen großzügig, wenn es um die Unterstützung der CDU geht. Sie erhält so viel Geld wie alle anderen Parteien zusammen.
Dieter Zetsche, Angela Merkel: 100.000 Euro für die CDU

Dieter Zetsche, Angela Merkel: 100.000 Euro für die CDU

Foto: Bernd Weißbrod/ picture alliance / dpa

Hamburg/Berlin - Keine Partei erhielt im Wahlkampfjahr 2013 bislang so viele Großspenden wie die CDU. Im ersten Halbjahr waren es 600.000 Euro. Das ist fast so viel, wie an alle anderen Parteien zusammen gespendet wurde - einschließlich der Schwesterpartei CSU. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Auflistung des Bundestags  hervor.

Die Parteien müssen nach dem Parteiengesetz alle Spenden ab 50.000 Euro unverzüglich dem Bundestag melden, der diese dann zu veröffentlichen hat. Spenden zwischen 10.000 und 50.000 Euro müssen die Parteien erst in ihren Rechenschaftsberichten aufführen.

Die CDU erhielt demnach allein im Juli 2013 eine Spende über 130.000 Euro von Hans-Joachim Langmann, dem früheren Chef des Pharma-Riesen Merck, jeweils 100.000 Euro vom Verband der Chemischen Industrie und vom Unternehmer Hans Georg Näder, CEO der Ottobock-Firmengruppe. Der Baden-Württemberger Martin Herrenknecht, Gründer der Herrenknecht AG für Tunnelvortriebstechnik, spendete 70.000 Euro.

Die größte Einzelspende des Jahres 2013 ging an die Schwesterpartei CSU: knapp 140.000 Euro von der BMW AG.

Wie in den Umfragen liegt die SPD auch beim Spendenaufkommen deutlich hinter der Union: Sie bekam 2013 insgesamt gut 287.000 Euro von Daimler, BMW und einer Privatspenderin. Die FDP erhielt insgesamt gut 60.000 Euro vom Verband der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie und 69.081,24 von BMW. Für die Grünen und die Linken führt das Bundestagsverzeichnis im Jahr 2013 keine Großspenden auf.

Dagegen bekam die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) wieder eine Großspende. Im Juli schenkte ein Lübecker Privatmann der radikallinken Partei 110.000 Euro.

Während die Daimler AG CDU und SPD im April jeweils mit einer Spende in gleicher Höhe - nämlich 100.000 Euro - bedachte, vergab BMW seine Großspenden im März und April klar gestaffelt: knapp 70.000 Euro für die FDP, gut 107.000 für die SPD und knapp 144.000 für die CDU.

Über die finanziellen Möglichkeiten im Wahlkampf sagt der Großspendeneingang allerdings wenig aus: Das meiste Geld gibt die SPD mit 23 Millionen Euro aus. Die CDU folgt erst auf Platz zwei mit nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro. Die Grünen wenden 5,5 Millionen auf, die Linke 4,5 Millionen und die finanziell insgesamt eher klamme FDP vier Millionen Euro.

sha/dpa