Deutlicher Zuwachs AfD holt in Sachsen und Thüringen viele Direktmandate

Bei der Bundestagswahl 2017 gewann die AfD drei Direktmandate – nun sind es deutlich mehr. Besonders stark punkteten die Direktkandidaten der Partei in Sachsen und Thüringen.
Alice Weidel und Tino Chrupalla, AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, beim Wahlkampf in Görlitz

Alice Weidel und Tino Chrupalla, AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, beim Wahlkampf in Görlitz

Foto: Sebastian Kahnert / dpa-Zentralbild / dpa

Die AfD hat in den östlichen Bundesländern zahlreiche Direktmandate gewonnen. In Thüringen lagen AfD-Kandidaten laut vorläufigem Ergebnis in vier der insgesamt acht Wahlkreise bei den Erststimmen vorn. In Sachsen holt die Partei ebenfalls mindestens neun Direktmandate – in einem weiteren Wahlkreis sind die Aussichten vielversprechend, auch wenn noch nicht vollständig ausgezählt ist. Die AfD hätte damit im Freistaat die Mehrheit der insgesamt 16 Mandate.

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren hatte die AfD zunächst drei Direktmandate geholt. Eines davon verlor die Partei später wieder mit dem Austritt Frauke Petrys aus der Fraktion.

Massiver Zuwachs für die AfD

In Thüringen hatte die CDU vor vier Jahren noch in allen acht Wahlkreise die Direktmandate gewonnen, nun konnten die Christdemokraten nur ein Mandat verteidigen. Drei weitere Mandate gehen nun an die SPD, eines davon an Frank Ullrich, der den umstrittenen früheren Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen (CDU) deutlich auf Platz zwei verwies. Außer bei den Direktmandaten liegt die AfD in Thüringen auch bei den Zweitstimmen vorne – mit 24,0 Prozent vor der SPD (23,4) und der CDU (16,9).

Auch in Sachsen legte die AfD deutlich zu. Unter anderem der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), verlor sein Direktmandat im Wahlkreis Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II an die AfD. Wanderwitz hatte seinen Wahlkreis seit 2002 im Bundestag vertreten.

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla konnte im Wahlkreis Görlitz 36,6 Prozent der Erststimmen holen. Mit deutlichem Abstand folgte der CDU-Kandidat mit 26,2 Prozent. Chrupalla hatte bereits bei der Bundestagswahl 2017 das Direktmandat in Görlitz geholt.

Auch in Sachsen-Anhalt gewann die AfD mindestens in zwei Wahlkreisen das Direktmandat. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hingegen gehen laut aktuellen Hochrechnungen sämtliche Wahlkreise an die SPD. Bundesweit erreichte die AfD laut Hochrechnungen vom späten Abend etwa 10,5 Prozent der Zweitstimmen.

mrc