Corona-Pandemie Bundeswahlleiter gegen reine Briefwahl bei Bundestagswahl

Der Bundeswahlleiter rechnet wegen der Corona-Pandemie mit mehr Briefwählern bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr. Von einer reinen Briefwahl hält er allerdings wenig.
Briefwahl in Coronazeiten: Anfang November fand in Stuttgart die erste Runde der Wahlen zum Oberbürgermeister statt

Briefwahl in Coronazeiten: Anfang November fand in Stuttgart die erste Runde der Wahlen zum Oberbürgermeister statt

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Sebastian Gollnow / dpa

"Die Urnenwahl sollte der Regelfall sein": Bundeswahlleiter Georg Thiel ist trotz der Corona-Pandemie dagegen, die Bundestagswahl im nächsten Jahr als reine Briefwahl abzuhalten. "Von einer reinen Briefwahl halte ich wenig", sagte Thiel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

2017 lag der Anteil der per Briefwahl abgegebenen Stimmen bei 28,6 Prozent. Wegen der Pandemie wird mit einem steigenden Anteil von Briefwählern bei der kommenden Bundestagswahl gerechnet. "Darauf bereiten wir und das Bundesinnenministerium uns jetzt schon intensiv vor", sagte Thiel. "Acht bis neun Wochen vor der Wahl fahren wir unsere IT-Systeme hoch und testen die am Ende täglich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten."

Er sei zuversichtlich, dass man selbst bei einer deutlichen Steigerung der Briefwahlstimmen in der Wahlnacht oder spätestens am nächsten Morgen ein vorläufiges amtliches Endergebnis verkünden könne, sagte Thiel.

Die Bundestagswahl ist im Herbst 2021, ein genauer Termin steht noch nicht fest. Zudem finden im kommenden Jahr sechs Landtagswahlen statt.

kim/dpa/AFP
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