ARD-Deutschlandtrend Deutsche finden Scholz führungsstärker, sympathischer und glaubwürdiger

Der Aufwärtstrend der SPD hält an: In einer Umfrage für die ARD liegt sie fünf Prozentpunkte vor der Union. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz punktet an entscheidenden Stellen gegen Armin Laschet und Annalena Baerbock.
Wahlplakate in Berlin

Wahlplakate in Berlin

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl ist die SPD erstmals seit Februar 2017 stärkste Kraft im ARD-Deutschlandtrend. Dabei profitiert die Partei vor allem von den guten Werten ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Der liegt in allen relevanten Kategorien vor seinem Rivalen Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne).

So schreiben 53 Prozent der Befragten Scholz Führungsstärke zu. Das sind 22 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. Mit dem Wert liegt er deutlich vor Laschet, der auf 15 Prozent (minus acht) kommt, und Baerbock, die bei acht Prozent (minus zwölf) liegt. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap hervor.

Die Bürgerinnen und Bürger halten Scholz außerdem für den sympathischsten (42 Prozent) und den glaubwürdigsten (43 Prozent) Anwärter auf das Kanzleramt. Baerbock kommt in diesen Kategorien auf 23 beziehungsweise 15 Prozent, Laschet auf 13 beziehungsweise 15 Prozent.

Auch bei der Frage, wer über die größte Kompetenz verfügt, liegt Scholz (55 Prozent) deutlich vor Laschet (14 Prozent) und Baerbock (7 Prozent). Bei einer Direktwahl des Kanzlers würden 43 Prozent für Scholz stimmen. Auch hier ist sein Vorsprung vor Laschet (16 Prozent) und Baerbock (12 Prozent) groß. Allerdings gibt es noch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich noch nicht festgelegt haben: Fast 30 Prozent können oder wollen sich noch nicht entscheiden.

SPD fünf Prozentpunkte vor der Union

Von den Werten ihres Spitzenkandidaten Scholz profitiert ganz offenbar auch die SPD. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen die Sozialdemokraten laut Deutschlandtrend auf 25 Prozent, die Union auf 20 Prozent und die Grünen auf 16 Prozent. Die FDP läge bei 13, die AfD bei 12 Prozent und die Linke käme auf 6 Prozent.

Gut jeder Dritte präferiert demnach im Moment einen politischen Wechsel in Berlin zugunsten eines SPD-geführten Bündnisses. Jeder Vierte unterstützt eine weitere unionsgeführte Regierung, jeder Achte eine unter Führung der Grünen. 28 Prozent äußerten keine Präferenz.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Auch in den Umfragen anderer Institute hatte die SPD die Union zuletzt ein- und überholt.

Für den Deutschlandtrend wurden vom 30. August bis 1. September insgesamt 1337 Personen befragt, die repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland sind. Die Schwankungsbreite der Werte liegt bei 2 bis 3 Prozentpunkten.

asa/dpa
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